Die Wasserballsaison 2001/2002 in der Oberliga Bayern

The same procedure as last year – the same procedure as every year. So könnte man den Saisonverlauf der Delphine in der abgelaufenen Spielzeit der Oberliga Bayern wohl am besten beschreiben. Wie in den vergangenen Jahren üblich starteten die Wasserballer zum Saisonauftakt mit einer starken Leistung gegen einen favorisierten Gegner in die neue Runde. Pleiten, Pech und Pannen begleiteten die Delphine im weiteren Saisonverlauf, sodass man zum Ende der Vorrunde erstmals seit dem Aufstieg in die Oberliga keine Punkte auf dem Konto vorweisen konnte. Die Saison fand trotzdem einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss, da man in der Abstiegsrunde noch einige Punkte sammeln konnte.

Keine Punkte in der Vorrunde

Das erste Saisonspiel verlief trotz der 11:14(3:3;2:3;3:3;3:5)-Niederlage gegen den TV Memmingen besser als von vielen erwartet. Über weite Strecken des Spiels waren die Delphine die dominierende Mannschaft, lediglich die Chancenauswertung – im Übrigen das größte Problem der abgelaufenen Saison - machte den Ingolstädtern einen Strich durch die Rechnung. Dabei begann das Spiel denkbar schlecht für die Gastgeber, denn bereits nach 17 Sekunden fiel der erste Gegentreffer. Doch von diesem frühen Rückschlag ließ sich die junge Mannschaft nicht beirren und spielte konzentriert weiter. In der dritten Spielminute kam man durch einen von Steffen Apitsch verwandelten Strafstoß zum Ausgleich, postwendend musste man jedoch in Unterzahl den erneuten Rückstand hinnehmen. Doch die Moral der Mannschaft stimmte an diesem Abend und so war es Spielertrainer Christian Ungar, der bis zur ersten Viertelpause zweimal den Ausgleich erzielen konnte. Im zweiten Durchgang gingen die Ingolstädter durch Treffer von Philipp Pirzer und Johannes Ullrich gar mit 5:3 in Führung. Zwei unglückliche Gegentore – eines in Unterzahl – führten zum erneuten Ausgleich und nur Sekunden vor der zweiten Pause fiel das 5:6. Selbst das 5:7 kurz nach Wiederanpfiff brachte die Gastgeber nicht aus der Ruhe, Holger Hendrichs sowie Johannes Ullrich brachten die Delphine mit ihren Toren wieder ins Spiel. Nach einem vergebenen Konter führte der Gegenangriff der Memminger direkt zum 7:8, wenig später erhöhten die Gäste auf 7:9. Johannes Ullrich schaffte mit seinem dritten Treffer vor der letzten Pause noch den Anschluss zum 8:9. Zu Beginn des letzten Viertels kamen die Delphine aus dem Tritt und leisteten sich doch einige erhebliche Abwehrschnitzer, die auch prompt bestraft wurden. Innerhalb von zwei Minuten erhöhten die Memminger auf 8:12 und das Spiel schien gelaufen. Philipp Pirzer gelang wenig später das 9:12, praktisch im Gegenzug stellten die Gäste den alten Abstand jedoch wieder her. Alexander Puscas und erneut Johannes Ullrich verkürzten noch auf 11:13, die aufkeimende Hoffnung wurde mit dem 11:14 eine Minute vor dem Schlusspfiff jedoch zunichte gemacht.
Eine Woche später standen für die Delphine zwei schwere Auswärtsspiele auf dem Programm. Zuerst musste man beim Regionalligaabsteiger SV Augsburg antreten, einen Tag später stand die Reise nach Coburg auf dem Programm. In Augsburg musste man eine klare 12:5(4:1;1:1;3:2;4:1)-Niederlage hinnehmen, jedoch verkaufte sich die junge Ingolstädter Mannschaft gut. Den ersten Gegentreffer musste man erst nach vier Minuten in Unterzahl hinnehmen. Und auch der zweite Gegentreffer resultierte wieder aus einer numerischen Unterlegenheit. Doch die Delphine ließen sich davon nicht schocken und schafften in der sechsten Spielminute den 2:1-Anschlusstreffer durch Matthias Kallok. Bis zur ersten Pause musste man aber noch zwei weitere Gegentreffer zum 4:1 einstecken. Das zweite Viertel gestaltete sich äußerst ausgeglichen, die Delphine waren die aktivere Mannschaft, die Gastgeber die cleverere. So erzielte zwar Alexander Puscas das 4:2, praktisch im Gegenzug fiel jedoch schon wieder das 5:2. Bis zur zweiten Pause hatten beide Mannschaften noch eine Vielzahl an Chancen, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nicht viel am Spiel, die Delphine verkürzten und kurz darauf stellten die Augsburger den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Steffen Apitzsch gelang zwar das 5:3 und Alexander Puscas das 7:4, in die letzte Pause ging es trotzdem mit einem unglücklichen 8:4. Als schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff das 9:4 fiel war die Vorentscheidung gefallen und die Delphine ließen die Köpfe etwas hängen. Nach einigen Unsicherheiten in der Abwehr stand es 12:4, ehe Alexander Puscas per Strafwurf den 12:5-Endstand herstellte.
Keine 24 Stunden später stand die lange Fahrt nach Coburg auf dem Plan, den Delphinen merkte man die Reisestrapazen jedoch nicht an. In einem hochklassigen Spiel verpassten die Ingolstädter durch ein 12:11(2:2;4:3;3:3;3:3) die ersten Punkte der Saison nur denkbar knapp. Dabei begann das Spiel sehr viel versprechend, nach lediglich 17 Sekunden konnte Steffen Apitzsch das 0:1 markieren. Durch ein Überzahlspiel besaßen die Delphine eine große Chance zum zweiten Treffer, welche allerdings nicht genutzt werden konnte. Im direkten Gegenzug fiel stattdessen der 1:1-Augleich. Nach einer überstandenen Unterzahlsituation konnte Spielertrainer Christian Ungar die erneute Führung erzielen. Doch auch diesmal währte die Freude nur kurz, der darauf folgende Angriff der Gastgeber führte zum abermaligen Ausgleich. Keine Minute war im zweiten Viertel gespielt, da konnte Johannes Ullrich das 2:3 erzielen. Aber auch diesmal hielt die Führung der Gäste nicht lange. In der zehnten Spielminute musste Torwart Florian Pirzer hinter sich greifen, nachdem er eine Minute zuvor noch einen Strafwurf der Gastgeber in souveräner Manier pariert hatte. Die Delphine geben aber keineswegs auf und kamen durch Dennis Janitza zum 4:4. Zwei Minuten später musste die Mannschaft eine 6 gegen 4 Unterzahlsituation – zwei Spieler saßen eine große Strafe ab – überstehen, meisterten diese jedoch ohne Fehler. Kaum war man wieder komplett gelang Steffen Apitzsch das 4:5. Es folgte ein erneutes Unterzahlspiel – insgesamt 15 Verwarnungen gab es in diesem Spiel für die Delphine – welches auch prompt zum Ausgleich führte. Lediglich vier Sekunden vor der Pause gelang den Coburgern das aus Ingolstädter Sicht äußerst unglückliche 6:5. Schocken ließen sich die Gäste davon allerdings nicht, Christian Ungar verwandelte wenig später zum 6:6. Danach war für den Spielführer jedoch Schluss, nach seiner dritten Hinausstellung musste er das Spiel vom Beckenrand aus verfolgen. Nichtsdestotrotz gelang Alexander Puscas das 6:7. Wenig später gab es einen erneuten Strafwurf für die Coburger und diesmal war selbst Florian Pirzer machtlos. Daraufhin nahm Ingolstadt eine Auszeit, diese brachte jedoch nicht den gewünschten Effekt, stattdessen kassierte man auch noch das 8:7. Als wenig später auch noch das 9:7 fiel – wieder einmal in Unterzahl – schwand die Hoffnung auf einen Auswärtssieg. Doch kurz vor der letzten Pause konnte Steffen Apitzsch die Mannschaft mit seinem Treffer zum 9:8 wieder aufrütteln. Im letzten Durchgang mussten die Delphine gleich zu Beginn wieder einmal eine Unterzahl überstehen, ehe Gerhard Hell das wichtige 9:9 gelang. Eine Minute später fiel die erneute Führung der Gäste, die Steffen Apitzsch drei Minuten vor dem Abpfiff erneut egalisieren konnte. Wenig später verursachte Alexander Puscas einen erneuten Strafwurf für die Gastgeber, welcher zum 10:9 führte und auch für Alexander Puscas das Spielende bedeutete. Keine 20 Sekunden später musste auch noch Steffen Apitzsch aufgrund seines dritten persönlichen Fehlers das Wasser verlassen und die daraus resultierende Überzahlsituation nutzen die Coburger zum wohl vorentscheidenden 12:10. Den Schlusspunkt dieses außerordentlich spannenden Spiels setzte Johannes Ullrich mit einem verwandelten Strafwurf zum 12:11-Endstand.

Nach einer fünfwöchigen Winterpause empfingen die Delphine Mitte Januar den SV Bayreuth in der Ochsenschlacht. In diesem Spiel feierte Neuzugang Frank Roelandt einen gelungenen Einstand. Wie er gab auch Christian Ritter in diesem Spiel nach einer langwierigen Knieverletzung sein Saisondebüt. Jedoch blieben die ersten Punkte für die Delphine weiter aus, das Spiel endete mit 7:13(0:2;2:5;2:2;3:3). Zu Beginn entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, Überzahlspiele auf beiden Seiten blieben ungenutzt und so dauerte es bis zur fünften Spielminute, ehe Bayreuth das 0:1 erzielen konnte. Kurz vor der ersten Pause mussten die Delphine in Unterzahl noch das 0:2 hinnehmen. Keine 30 Sekunden waren im zweiten Spielabschnitt gespielt, ehe Torwart Florian Pirzer den Ball nach dem 0:3 aus dem Tor holen musste. Philipp Pirzer verkürzte zwar eine Minute später auf 1:3, die Gäste schlugen jedoch schon 15 Sekunden später zurück. Ein erneutes Überzahlspiel der Gäste führte gar zum 1:5, und nur wenig später fiel auch noch das 1:6. Wenig später wurde der Mannschaft aus Bayreuth auch noch ein 4m-Strafwurf zugesprochen, der auch umgehend zum 1:7 genutzt wurde. Noch vor der zweiten Unterbrechung erhielten auch die Delphine einen Strafwurf, den Johannes Ullrich zum 2:7-Pausenstand verwerten konnte. Auch nach der Pause lief es nicht wesentlich besser, kaum hatte Frank Roelandt das 3:7 erzielt, zogen die Gäste auf 3:8 und durch einen erneuten Strafwurf gar auf 3:9 davon. Steffen Apitzsch gelang wenige Sekunden vor der letzten Pause noch das 4:9. Und auch im letzten Viertel mussten die Delphine den ersten Treffer hinnehmen. Nach dem 4:10 entstand aus einer kläglich vergebenen Überzahlsituation der Ingolstädter ein Konter für die Gäste, welcher zum 4:11 führte. Die Delphine, die sich zwar mittlerweile mit der Niederlage abgefunden hatten, gaben trotzdem keineswegs auf sondern bemühten sich stattdessen um einige schöne Tore. Diese folgten auch, und zwar durch Steffen Apitzsch, Matthias Kallok sowie Christian Ritter. Doch auch Bayreuth konnte noch einige Chancen verwerten, so dass es am Ende 7:13 stand.
13 Tage später spielten die Wasserballer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gegen den SV Weiden. Doch dieses erste Aufeinandertreffen hatte man sich auf Seiten der Ingolstädter sicher anders vorgestellt als die Heimreise mit einer klaren 14:2(2:0;5:0;3:0;4:2)-Niederlage antreten zu müssen. Man war sich vor dem Spiel zwar durchaus bewusst, dass die Gastgeber schwimmerisch zu den stärksten Teams der Liga zählen - immerhin war der Großteil der Mannschaft vor gerade einmal zwei Jahren Deutscher Vizemeister in der Jugend - aber insgeheim hatte man sich gegen dieses junge Team doch eine reelle Chance auf den ersten Saisonsieg ausgerechnet. Allerdings mussten die Delphine auf Stammtorwart Florian Pirzer, welcher jedoch von Matthias Kallok außerordentlich gut vertreten wurde, sowie auf Dennis Janitza und Holger Hendrichs verzichten. Gleich zu Beginn entwickelte sich ein munteres Spiel, mit Chancen auf beiden Seiten, jedoch hatten die Delphine mit zwei Pfostenschüssen das Pech auf ihrer Seite. In der vierten Minute waren die Delphine erstmals in Unterzahl, überstanden diese auch souverän, mussten aber wenige Sekunden später das 0:1 hinnehmen. Nur eine weitere Minute verging bis zum 0:2. Doch dann kamen die Gäste besser ins Spiel und erarbeiteten sich mehrere gute Torchancen, die jedoch alle ungenutzt blieben. Auch ein Überzahlspiel kurz vor Ende des ersten Viertels brachte nicht den erhoffen Anschlusstreffer. Für einen faden Beigeschmack sorgte das Weidener Kampfgericht, das vier Sekunden vor der Pause die Zeit anhielt, um den Gastgebern noch einen Angriff zu ermöglichen, was jedoch zum Glück vom Schiedsrichter bemerkt wurde und daher keine negativen Folgen für die Ingolstädter mit sich brachte. Der zweite Durchgang ähnelte dem ersten, beide Mannschaften standen in der Defensive sehr gut, dadurch ergaben sich kaum nennenswerte Torchancen. In der elften Minute gelang den Weidenern das 3:0. Eine Minute später bescherten die Schiedsrichter den Gastgebern das 4:0, als sie erst Ecke für Ingolstadt anzeigten, dann jedoch das Spiel weiterlaufen ließen und ein Spieler der Weidener alleine auf Tor schwamm und verwandelte. Dadurch aufgebracht verloren die Delphine ihren Rhythmus und haderten mit dem Schiedsrichter anstatt sich auf das Spiel zu konzentrieren. Was folgte waren drei Gegentore binnen 90Sekunden und damit war das Spiel endgültig entschieden. Es folgte die zweite Viertelpause. Der dritte Durchgang war eher unspektakulär, es gab nur wenige wirklich zwingende Torszenen auf beiden Seiten. Wieder waren es die Gastgeber, die das Glück auf ihrer Seite hatten und den Spielstand auf 10:0 ausbauen konnten, wohingegen die Delphine an ihrer miserablen Chancenverwertung verzweifelten. Im letzten Spielabschnitt fiel dann endlich das erste Ingolstädter Tor, Steffen Apitzsch traf in Überzahl zum 11:1. Dem 12:1 folgte ein 4m-Strafwurf für Ingolstadt, den Johannes Ullrich souverän zum 12:2 verwandelte. Es folgten noch zwei Gegentreffer und am Ende hieß es 14:2 für den SV Weiden.
Auch eine Woche später mussten die Delphine wieder einmal die Heimreise ohne Punkte antreten. Beim souveränen Tabellenführer, dem Post SV Nürnberg, setzte es eine klare 14:3(3:0;4:0;4:3;3:0)-Niederlage. Ein Sieg war gegen die Gastgeber aus Nürnberg nie in Reichweite, zu erfahren und abgeklärt spielten die Routiniers des Post SV. Bereits nach einer Minute konnten sie das 1:0 erzielen, nur 68 Sekunden später stand es bereits 2:0 und wiederum nur 48 Sekunden vergingen zum 3:0. Nach diesem frühen Schock rafften sich die Delphine auf und fanden besser zu ihrem Spiel, vor allem in der Defensive stand man, wie auch schon in den letzten Spielen, recht sicher. Das große Problemkind war weiterhin die Offensive, denn sowohl im ersten als auch im zweiten Viertel konnten die Delphine keinen Treffer erzielen, wenngleich einige wenige Chancen durchaus vorhanden waren. So stand es im dritten Durchgang bereits 8:0, ehe Frank Roelandt den ersten Ball im Nürnberger Gehäuse zum 8:1 unterbrachte. Überhaupt hatten sich die Delphine im dritten Durchgang besser gefunden, das Spiel verlief in dieser Phase sehr ausgeglichen, weil neben dem wieder einmal überragenden Torwart Florian Pirzer auch Johannes Ullrich in der Defensive eine starke Leistung zeigte. Trotzdem waren weitere Gegentore nicht zu verhindern, allerdings kamen auch die Delphine zu zwei weiteren schön herausgespielten Treffern durch Philipp Pirzer. Mit 11:3 ging es in den letzten Durchgang und das Spiel verflachte etwas, was wohl auch an der nachlassenden Kondition der Delphine lag. Drei Tore waren den Nürnbergern noch vergönnt, am Ende hieß es dann 14:3, zwar etwas hoch aber alles in allem ganz klar ein verdienter Sieg für den Tabellenführer aus Nürnberg.
Nach den zwei herben Niederlagen gegen die beiden Aufstiegsfavoriten aus Nürnberg und Weiden reisten die Wasserballer des SC Delphin Ingolstadt Mitte Februar nach Bayreuth. Zwar unterlag man auch dort relativ deutlich mit 16:7(3:0;5:2;5:2;3:3), aber aufgrund der gegebenen Umstände konnte das Spiel dennoch als positiver Schritt in die richtige Richtung gesehen werden. Denn die Delphine fuhren mit lediglich acht Spielern nach Bayreuth, nachdem es der halben Mannschaft aufgrund von Verletzungen oder der damaligen Grippewelle nicht möglich war, Wasserball zu spielen. Und eben diese Grippewelle hatte auch vier der acht Mitgereisten erwischt, die sich davon jedoch nicht abhalten ließen ihren Sport auszuüben. So ließ sich beispielsweise Alexander Puscas kurz vor der Abreise noch „fitspritzen“ und machte später ein starkes Spiel mit drei erzielten Treffern. Überhaupt muss man sagen, dass gegen Bayreuth endlich einmal wieder eine Ingolstädter Mannschaft im Wasser war, in der jeder für jeden kämpfte. Eine reelle Siegchance hatte man dadurch gegen den Tabellendritten freilich trotzdem nicht, aber immerhin konnte die dezimierte Mannschaft streckenweise ganz gut mit den Gastgebern mithalten. Das erste Viertel ging zwar mit 3:0 an Bayreuth, dennoch zeigten die Delphine gerade auch in der Abwehr eine sichere Leistung. In der achten Spielminute gelang Alexander Puscas dann sogar das zu diesem Zeitpunkt verdiente 3:1. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn die Gastgeber erhöhten in der Folgezeit auf 6:1, ehe erneut Alexander Puscas ein Treffer gelang. Es folgten zwei weitere Gegentore und mit einem 8:2 ging es in die zweite Pause. Dem frühen 9:2 folgte wieder ein wunderschönes Tor von Alexander Puscas, ehe die Gastgeber den alten Abstand wieder herstellen konnten. Ein schönes Überzahlspiel nutzen die Delphine zum 10:4 durch Spielertrainer Christian Ungar, der am Tag zuvor seinen 30. Geburtstag feierte. Aber auch auf Ingolstädter Seite gab es eine Reihe von Strafzeiten, die die Bayreuther ausnutzen und bis zum Viertelende auf 13:4 davonzogen. Der letzte Durchgang war überraschenderweise der stärkste auf Seiten der Delphine - man hatte doch eher einen konditionellen Einbruch aufgrund der dünnen Spielerdecke erwartet. Aber stattdessen spielten die Delphine weiter munter mit, allen voran Philipp Pirzer drehte noch einmal richtig auf und erzielte drei sehenswerte Tore in diesem Viertel. Den Schlusspunkt setzte ein 4m-Strafwurf auf Seiten der Bayreuther, den der Ex-Ingolstädter Wolfgang Übersetzig zum 16:7-Endstand verwandelte.

Pokalaus gegen Weiden

Zwei Wochen blieben den Delphinen, ehe sie erneut nach Weiden reisen mussten. Diesmal stand die erste Runde des Bayerischen Pokals auf dem Programm. Einen Sieg gegen den späteren Oberligameister aus Weiden hatte niemand ernsthaft in Erwägung gezogen, trotzdem fiel die 24:2(9:1;6:1;3:0;6:0)–Niederlage dann doch etwas zu heftig aus. Wieder einmal, wie so oft bei Auswärtsspielen in dieser Saison, mussten die Delphine auf einen Großteil der Stammspieler verzichten. Um wenigstens zwei Auswechselspieler zur Verfügung zu haben, setzte Spielertrainer Christian Ungar erstmals auf den erst 14-jährigen Thomas Back, der in seinem ersten Einsatz in der Oberligamannschaft gleich ein gutes Spiel ablieferte. Auch sonst spielten die Ingolstädter kein schlechtes Wasserball, sie versuchten konsequent ihre taktische Marschroute umzusetzen, was im Grunde auch gut gelang, jedoch eröffneten die vielen individuellen Fehler dem Gegner eine Konterchance nach der anderen, gegen die Ersatzkeeper Matthias Kallok oftmals alleine auf verlorenem Posten stand. Die Tore für die Delphine erzielten Christian Ritter zum 8:1 sowie Johannes Ullrich zum 9:2.

Das Warten auf den ersten Punkt

Das Pokalspiel vom Vortag so schnell wie möglich abhaken hieß die Devise im Lager der Delphine vor dem Spiel gegen die WBG Coburg, als Tabellensechster immerhin direkter Konkurrent der Delphine. Doch anscheinend saß die Niederlage in Weiden doch tiefer als man dachte, mit 9:12(1:7;2:2;3:1;3:2) mussten sich die Delphine dem Tabellennachbarn geschlagen geben. Trotz des Mitwirkens fünf in Weiden nicht angetretener Stammspieler war insbesondere das erste Viertel ein Desaster. Zwar konnte Johannes Ullrich nach 23 Sekunden per 4m-Strafwurf noch das 1:0 markieren, was danach folgte war jedoch das reinste Chaos in der Hintermannschaft der Gastgeber. Bis zum Viertelende konnte die Coburger in lediglich sechs Minuten sage und schreibe sieben Tore erziele, fünf davon fielen gar in nur zwei Minuten. Von diesem Spielstand natürlich völlig geschockt gingen die Delphine ins zweite Viertel, und was keiner mehr erwartete hatte trat ein, die Delphine bestimmten nun plötzlich das Spiel. Jetzt standen sie konsequent in der Defensive und auch nach vorne kam endlich einmal etwas zu Stande. So war es Alexander Puscas, der in Überzahl zum 2:7 traf, zwei Minuten später erzielte Philipp Pirzer, erneut in Überzahl, das 3:7. Leider mussten die Ingolstädter noch zwei weitere unglückliche Gegentreffer bis zum Seitenwechsel hinnehmen. Nach dem Wiederanpfiff folgte das 3:10, jedoch steckten die Delphine nicht auf und kämpften sich erneut heran. Uli Schmid, erneut Philipp Pirzer sowie Jan Chacko mit seinem längst überfälligen ersten Saisontor konnten den Spielstand auf 6:10 verkürzen. Angespornt von der grandiosen Aufholjagd spielten die Delphine immer besser und kamen zu weiteren Toren durch Philipp Pirzer, Uli Schmid sowie Johannes Ullrich. Leider reichte es am Ende nicht mehr das Spiel noch zu drehen, dafür vergab man einfach zu viele 100%ige Torchancen, doch trotz des 9:12 muss man der Mannschaft ein großes Kompliment machen, wie hart sie sich trotz des zwischenzeitlichen 1:7-Rückstandes noch einmal herangekämpft hat.
Auch im neunten Saisonspiel reichte es wieder einmal nicht zum Sieg, dafür boten die Delphine aber eine sehr ansprechende Leistung beim 8:16(0:4;2:5;2:5;4:2) gegen den SV Augsburg. Das Ergebnis spiegelt die Spielanteile der beiden Teams in keinster Weise wider, man muss sogar sagen, dass die Delphine insgesamt mehr vom Spiel hatten. Doch leider scheiterte der erste Saisonsieg wieder an der miserablen Chancenverwertung der Gastgeber. Das zweite Problem der Ingolstädter war der Augsburger Spielgestalter Jürgen Merk. Der Ex-Bundesligaspieler erzielte neun der insgesamt 16 Tore der Gäste. Bereits im ersten Viertel konnte er den starken Florian Pirzer im Tor der Delphine dreimal überwinden. Doch auch auf Seiten der Ingolstädter waren einige Chancen vorhanden, allerdings standen entweder der Augsburger Torwart oder das Aluminium dem Torerfolg im Weg und so ging es mit 0:4 in die erste Pause. Auch im zweiten Spielabschnitt waren die Delphine gleichwertig und in der neunten Spielminute konnten sie zum ersten Mal jubeln, als Steffen Apitzsch das 1:4 markierte. Die Freude währte jedoch nur kurz, 20 Sekunden später musste man das 1:5 in Unterzahl hinnehmen. Nach einem weiteren Gegentreffer war es Jan Chacko, der wie schon in den beiden vorausgegangenen Spielen eine aufsteigende Form zeigte, dem das 2:6 gelang. In der Folgezeit begingen die Ingolstädter eine Vielzahl kleiner individueller Fehler, die prompt zu drei weiteren Gegentreffern führten. Trotz einiger guter Chancen, unter anderem schoss Philipp Pirzer nach einem schönen Spielzug freistehend nur den Torwart an, musste man sich mit einem 2:9 nach dem zweiten Viertel begnügen. Der Seitenwechsel brachte für die Delphine auch nicht die so dringend nötige Abschlussstärke, ganz im Gegenteil zu den Augsburgern, die eine enorme Chancenverwertung an den Tag legten. Nichtsdestotrotz erzielte Matthias Kallok das zwischenzeitliche 3:10, was aber nicht all zu viel half, nahmen doch in dieser Phase des Spiels die Strafzeiten gegen die Delphine zu, was zwangsläufig zu weiteren Gegentreffern führte. Steffen Apitzsch setzte mit dem 4:14 den Schlusspunkt des dritten Viertels. Hatte man die bisherigen Spielabschnitte trotz optischer Überlegenheit noch knapp verloren, konnte man im letzten Durchgang endlich einige der vielen Chancen zu Torerfolgen nutzen und das Viertel für sich entscheiden. Nach dem 4:14 drehten die Gastgeber auf, Steffen Apitzsch in Überzahl, Johannes Ullrich, Alexander Puscas sowie Jan Chacko konnten den Spielstand auf 8:15 verbessern. Kurz vor Spielende fiel noch der 8:16-Endstand in Unterzahl. Trotz der erneuten Niederlage war man bei den Delphinen nach dem Spiel nicht völlig unzufrieden. Das intensive taktische Training von Spielertrainer Christian Ungar, der im Übrigen wie Frank Roelandt leicht verletzt in das Spiel ging, trug in diesem Spiel seine erste Früchte.
Einen weiteren ganzen Monat hatte die Mannschaft Zeit, das neue taktische System einzustudieren, ehe die nächsten Spiele anstanden. In Memmingen unterlag man noch mit 19:9, gegen die beiden Spitzenteams der Liga schrammte man eine Woche später aber nur denkbar knapp an einer Sensation vorbei. Das 7:16(3:3;0:6;1:5;3:2) gegen den SV Weiden erscheint auf den ersten Blick zwar recht deutlich, jedoch konnten die Delphine das Spiel über weite Strecken bestimmen. Die Delphine legten los wie die Feuerwehr, bereits nach 56 Sekunden verwandelte Steffen Apitzsch einen schönen Angriff zum 1:0. Nur eineinhalb Minuten später erzielte Holger Hendrichs sogar das sensationelle 2:0. Die Weidener waren aufgrund des Ingolstädter Angriffswirbels derart überrascht, dass es bis zur fünften Spielminute dauerte, ehe sie den ersten Treffer erzielen konnten. Doch die Ingolstädter spielten weiter munter mit und kaum eine Minute später stellte der starke Jan Chacko mit dem 3:1 den alten zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Die Weidener waren sichtlich nervös, fanden sie doch kein probates Mittel gegen die starken Gastgeber. Erst ein Überzahlspiel brachte sie wieder ins Spiel zurück und führte auch gleich zum 3:2. Als besonders bitter für die Delphine muss der Ausgleich eine Sekunde vor der ersten Pause bezeichnet werden. Während dieser Pause hat der Weidener Trainer wohl einigen seiner Spieler gehörig den Kopf gewaschen, denn im zweiten Durchgang dominierten sie plötzlich das Spiel fast nach belieben. Hauptgrund für die nun auftretende Dominanz war das extreme Pressing der Gäste, mit dem die Ingolstädter einfach nicht zurecht kamen. Zwar konnte man auch auf Seiten der Delphine einige wenige Torchancen vermerken, alles in allem ging das Viertel aber mehr als deutlich mit 6:0 (allerdings fielen auch drei Tore in Überzahl) an die Weidener, wobei der Ingolstädter Torwart Florian Pirzer noch einige hundertprozentige Chancen der Gäste vereitelte. Im dritten Viertel änderte sich an der Gesamtsituation wenig, immer noch störten die Weidener die Delphine durch ihr frühes Forechecking schon im Spielaufbau, so dass auf Seiten der Ingolstädter nur wenig nach vorne zu Stande kam. In der 17. Minute konnte Steffen Apitzsch - in diesem Spiel mit vier Treffern erfolgreichster Delphin - das 4:11 erzielen. Es sollte das einzige Tor der Gastgeber in diesem Spielabschnitt bleiben. Mit 4:14 ging es in die letzte Pause. Und in dem darauf folgenden Viertel konnten die Delphine nun wieder mithalten, man spielte jetzt ruhiger und nicht mehr so hektisch wie in den beiden vorausgegangenen Spielabschnitten. Wieder war es Steffen Apitzsch, der das 5:14 erzielte. In Unterzahl mussten die Delphine das 5:15 hinnehmen, ehe Steffen Apitzsch das 6:15 erzielte. Nach einem weiteren Gegentreffer war es Jan Chacko, der mit seinem zweiten Tor den 7:16-Endstand herstellte.
Am darauf folgenden Sonntag stand dann das letzte Spiel der diesjährigen Winterrunde in der Oberliga Bayern auf dem Programm. Zu Hause empfingen die Delphine den Tabellenzweiten aus Nürnberg. Auch in diesem Spiel ging es für die Delphine um nichts mehr, war man doch vor diesem Wochenende schon sicher auf dem letzten Tabellenplatz, die Nürnberger jedoch mussten unbedingt gewinnen, wollte man die Aufstiegschance wahren. Aber in Anbetracht des bisherigen Saisonverlaufs hatten die Nürnberger wohl eher mit einem lockeren Trainingsspiel gerechnet. Doch es sollte anders kommen. Die Delphine, motiviert durch die starke Leistung am Vortag gegen Weiden, hatten sich zumindest darauf eingeschworen, es den Nürnbergern so schwer wie möglich zu machen. Doch bereits nach zwei Minuten stand es 0:2 aus Ingolstädter Sicht und alles schien den erwarteten Verlauf zu nehmen. Aber an diesem Wochenende konnte man die Delphine nicht aus der Ruhe bringen, die Moral stimmte und so kam man durch zwei schöne Tore von Steffen Apitzsch in der dritten und vierten Spielminute zum Ausgleich. Und nun taten sich auch die Nürnberger - wie Tags zuvor schon der SV Weiden - schwer, gegen die unermüdlich kämpfende und hoch motivierte Mannschaft der Gastgeber einen vernünftigen Spielaufbau zu betreiben. Eine unglückliche Situation nach fünf Minuten führte dann dennoch zum 2:3. Vor der ersten Pause hatten beide Teams noch mehrere Möglichkeiten, unter anderem jeweils ein Überzahlspiel, Tore sollten aber keine mehr fallen. Auch im zweiten Durchgang waren die Ingolstädter ein gleichwertiger Gegner, hätte man die Tabelle nicht gekannt wäre das Spiel durchaus als ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg durchgegangen. Die Nürnberger taten sich unheimlich schwer gegen die gut gestaffelte Hintermannschaft der Delphine, und wenn sie dann doch einmal eine Chance hatten stand noch ein glänzend aufgelegter Florian Pirzer im Ingolstädter Gehäuse. Trotzdem musste man das 2:4 sowie das 2:5 hinnehmen, beide Male war man aufgrund von Strafzeiten mit einem Spieler weniger im Wasser. Als auch die Ingolstädter in den Genuss eines Überzahlspiels kamen nutzten sie dieses gleich zum 3:5 durch Steffen Apitzsch. In diesem Viertel musste fast ständig eine Mannschaft in Unterzahl agieren, so fiel auch das 3:6 bei numerischer Überlegenheit. Ebenfalls in Überzahl traf Philipp Pirzer zum 4:6. Nach dem 4:7 konnte erneut Philipp Pirzer auf 5:7 verkürzen. Im dritten Durchgang machten die Delphine das Spiel und kamen sogleich durch den überragenden Steffen Apitzsch zum 6:7-Anschlusstreffer. In der 16. Minute gelang Alexander Puscas gar der Treffer zum 7:7 in Überzahl. Doch nun wurden die Delphine ein wenig nervös, war der bisherige Spielstand doch etwas überraschend. Die Folge waren drei unglückliche Gegentreffer zum 7:10. Erst Holger Hendrichs konnte mit dem 8:10 wieder etwas Ruhe in das Spiel bringen. Nach einem kläglich vergebenen Überzahlspiel der Ingolstädter ging es in die letzte Pause. Zwar gewann Steffen Apitzsch nach dem Wiederanpfiff wie schon in den drei vorangegangenen Vierteln das Anschwimmen, Kapital konnten die Delphine daraus jedoch nicht schlagen. Stattdessen nutzten die Nürnberger eine erneute Überzahlsituation zum wahrscheinlich vorentscheidenden 8:11. Von da an beschränkten sich die Nürnberger nur noch auf die Defensive, kaum ein Schuss kam auf das Ingolstädter Tor. Auf der Gegenseite hatten die Gastgeber noch einige Chancen, die jedoch teils unnötig, teils unglücklich vergeben wurden. Dass es bis auf den Treffer von Steffen Apitzsch zum 9:11 eine Minute vor Schluss zu keinen weiteren Toren mehr reichen sollte, lag wohl vor allem daran, dass die Ingolstädter die Tore erzwingen wollten, anstatt ihr in den ersten drei Durchgängen so erfolgreiches Spielsystem weiter ruhig und konzentriert zu praktizieren.


Starke Leistung in der Abstiegsrunde

Als Tabellenletzter gingen die Delphine zusammen mit den Mannschaften aus Coburg und Memmingen in die Abstiegsrunde – wobei es dieses Jahr keinen Absteiger gab, da die Verbandsliga mangels teilnehmender Vereine schon letztes Jahr eingestellt wurde. Im ersten Spiel der Abstiegsrunde empfingen die Delphine den TV Memmingen, der mit 12 Punkten aus der Vorrunde immerhin genauso viele auf dem Konto hatte wie der Tabellendritte Bayreuth und nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz an der Abstiegsrunde teilnehmen musste. Was gegen Weiden und Nürnberg in den letzten beiden Vorrundenspielen noch nicht geklappt hatte schafften die Delphine in diesem Spiel: Einen Sieg gegen einen klaren Favoriten. Ein Jahr, vier Monate und fünf Tage waren seit dem letzten Sieg vergangen, umso größer war die Erleichterung im Lager der Delphine über die Erkenntnis, dass man doch noch gewinnen kann. Viele trauten dem Ingolstädter Team in der Abstiegsrunde nicht einmal einen müden Punkt zu, doch die Delphine feierten nach einer über weite Strecken überzeugenden Partie gegen die hoch favorisierte Mannschaft aus Memmingen einen klaren und überaus verdienten 14:11(3:5;1:2;5:1;5:3)-Heimsieg. Das was sich in den letzten Spielen der Vorrunde schon angedeutet hatte fand nun im ersten Spiel der diesjährigen Abstiegsrunde der Oberliga Bayern seine Fortsetzung. Auch ohne Stammtorhüter Florian Pirzer und den verletzten Jan Chacko lieferten die Ingolstädter von Beginn an eine engagierte und konzentrierte Leistung gegen den Tabellenführer der Abstiegsrunde ab. Und es begann gut für die Delphine, Steffen Apitzsch gewann das erste Anschwimmen (wie im übrigen auch die anderen drei) und bereits nach 31 Sekunden zappelte der Ball nach einer herrlichen Kombination das erste Mal im Netz der Memminger. Torschütze war Alexander Puscas. Von der frühen Führung beflügelt spielten die Delphine weiter munter nach vorne, diese offensive Spielweise eröffnete den Gästen jedoch das ein ums andere Mal ausgezeichnete Konterchancen, die sich die erfahrenen Spieler natürlich nicht entgehen ließen. Plötzlich stand es also 1:3, ohne dass sich die Memminger auch nur eine richtige Torchance herausgespielt hatten. Trotzdem ließ man sich im Lager der Delphine nicht verwirren, man hielt sich weiter an die von Spielertrainer Christian Ungar ausgegebene Marschroute und erarbeitete sich weitere Torchancen. Eine davon nutzte Philipp Pirzer zum 2:3-Anschlusstreffer in der fünften Minute. Keine 60 Sekunden später besorgte Ulrich Schmid gar den Ausgleich. Ein Glückstreffer brachte die Gäste wieder in Front, kurz vor der ersten Pause fiel dann auch noch das unverdiente 3:5. Den zweiten Durchgang eröffneten die Gäste mit einem erneuten Treffer zum 3:6. In Überzahl verwandelte Steffen Apitzsch zum 4:6, ehe Memmingen wieder den alten drei-Tore-Abstand herstellte. Es folgten noch einige Chancen auf beiden Seiten, etwas Zählbares sprang dabei aber nicht mehr heraus, so dass es mit einem 4:7 in die zweite Pause ging. Nur 38 Sekunden nach Wiederbeginn nutzte Philipp Pirzer ein Überzahlspiel zum 5:7. Jetzt drehten die Gastgeber auf. Keine volle Minute später war es erneut Philipp Pirzer, der zum 6:7 traf. Und exakt 60 Sekunden danach konnte Holger Hendrichs ein erneutes Überzahlspiel zum Ausglich nutzen. Nun hatten die Delphine das Spiel sicher im Griff, Steffen Apitzsch brachte die Delphine mit 8:7 in Führung. Das zwischenzeitliche 8:8 korrigierte Alexander Puscas mit seiner zweiten Treffer zum 9:8. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die letzte Pause. Auch im letzten Viertel blieben die Delphine die spielbestimmende Mannschaft, Johannes Ullrich traf per Strafwurf zum 10:8, Philipp Pirzer, erneut Johannes Ullrich sowie Steffen Apitzsch bauten den Vorsprung der Delphine bis auf fünf Treffer aus. Ein Strafwurf für Memmingen führte zum 13:9, und plötzlich schlich sich bei den Delphine eine kleine Nervosität ein. In Unterzahl musste man zwei Gegentreffer zum 13:11 hinnehmen. Das Spiel der Gastgeber wirkte zu diesem Zeitpunkt zerfahren und unkonzentriert, so dass ich Spielertrainer Christian Ungar gezwungen sah, 40 Sekunden vor Ende des Spiels eine Auszeit zu nehmen. Dies brachte die Memminger wieder aus ihrem Rhythmus, und Alexander Puscas setzte mit seiner vierten Treffer den Schlusspunkt zum 14:11-Sieg.
Hoch motiviert von dieser starken Leistung fuhren die Delphine 14 Tage später nach Coburg, erlebten dort jedoch eine herbe Enttäuschung. Statt einer erhofften Sieges wurde man mit 14:6(5:1;4:0;2:2;3:3) ziemlich deutlich nach Hause geschickt. Und das traurige daran: Nichts war zu sehen vom Aufwärtstrend der letzten Spiele, als man gegen die vermeintlich stärkeren Gegner munter mitspielte und die Spiele gar phasenweise klar dominiert hatte. Statt dessen ließ man die Coburger unbedrängt ihr Spiel aufziehen, nach gerade einmal fünf Minuten lag man bereits deutlich mit 0:4 zurück. Zwei der vier Tore erzielten die Gastgeber in Überzahl, eines war ein 4m-Strafwurf. Daran sieht man auch was das Hauptproblem der Delphine an diesem Spieltag war: Viele individuelle Fehler führten zu vermeidbaren Unterzahlsituationen, die der Gegner eiskalt auszunutzen wusste. Einige dieser Strafen gegen die Ingolstädter waren zwar unglücklich vom Schiedsrichterduo verhängt worden, allerdings erwirkt man durch die ständige Meckerei auch keine Verbesserung - sondern eher das Gegenteil. Trotzdem kamen die Delphine im ersten Viertel doch noch zu ihrem ersten Treffer, in der sechsten Spielminute traf Spielertrainer Christian Ungar zum 4:1. Nur wenige Sekunden später folge jedoch das 5:1, mit dem es in die erste Pause ging. Auch im zweiten Viertel fanden die Ingolstädter nicht zu ihrem Spiel, beste Torchancen wurden vergeben und in der Rückwärtsbewegung fand man kein Mittel die gefährlichen Konter der Coburger zu unterbinden. In diesem Durchgang gelang den Delphinen kein einziger Treffer, und das trotz zweier Überzahlsituationen. Mit einem deprimierenden 9:1 ging es zum Seitenwechsel. Neuer Spielabschnitt, altes Bild, die Delphine waren zwar bemüht aber glücklos, Coburg kam mit zwei weiteren Kontern zum Torerfolg. In der 18. Minute traf Johannes Ullrich zum 11:2, Philipp Pirzer zwei Minuten später in Überzahl zum 11:3. Mit diesem Spielstand ging es in den letzten Durchgang. Die Kräfte der Gastgeber ließen etwas nach, wodurch sich nun für die Delphine immer bessere Torchancen ergaben, Kapital schlagen konnten sie jedoch nur aus wenigen. In Überzahl verwandelte Steffen Apitzsch zum 11:4, es folgten postwendend zwei Gegentore zum 13:4. Christian Ungar gelang mit seinem zweiten Treffer das 13:5, nach einem erneuten Gegentor setzte Johannes Ullrich mit einem verwandelten Strafwurf den Schlusspunkt zum 14:6-Endstand. Insgesamt ein schwaches Spiel der Delphine, die sich aufgrund der vorausgegangenen Spiele viel Mut gemacht hatten.
Eine Woche später stand das Rückspiel gegen Coburg auf dem Plan, die Coburger zogen jedoch überraschend ihr Mannschaft aus der Oberliga zurück, wodurch Tags drauf das letzte Saisonspiel der Delphine in Memmingen auf dem Programm stand. Und das ausgerechnet am gleichen Tag wie das Fussball-WM-Finalspiel. Aufgrund dessen ließen einige Spieler die Mannschaft im Stich und zogen die Finalniederlage der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem Spiel ihres Wasserball-Teams vor. Erfreulicherweise fanden sich trotzdem zehn Ingolstädter Spieler, um die diesjährige Wasserballsaison noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen. Am Ende sprang immerhin ein 6:6(2:2;1:1;0:2;3:1)-Unentschieden heraus, wobei der mögliche zweite Saisonsieg erst kurz vor Schluss verspielt wurde. Das Spiel begann äußerst temporeich, mit einer Vielzahl an Chancen auf beiden Seiten, die jedoch alle nicht zum Erfolg führten. Erst in der vierten Spielminute konnten die Gastgeber das 1:0 erzielen. Doch die Delphine setzten nach und kamen nur eine Minute später in Überzahl durch das Geburtstagskind Steffen Apitzsch zum 1:1 Ausgleich. Noch in der gleichen Minute erhöhte Alexander Puscas auf 1:2. Kurz vor der ersten Pause mussten die Delphine noch den erneuten Ausgleich hinnehmen. Zu Beginn des zweiten Viertels standen die Ingolstädter unter starkem Druck, da sie zwei Mal in eine Unterzahlsituation überstehen mussten. Die zweite führte leider zum 3:2 für die Gastgeber. Philipp Pirzer stellte mit seinem Treffer in der 13. Minute den Gleichstand wieder her. Das 3:3 war zugleich der Pausenstand. Im zweiten Durchgang hatte es sich schon angedeutet, nun beherrschten die Delphine das Spiel. Vor allem in schwimmerischer Hinsicht wussten sie zu überzeugen, oft konnten sie nur durch grobe Fouls in ihrem Offensivdrang gestoppt werden. Zwei grobe Fouls, zwei clever gespielte Überzahlsituationen, zwei schöne Tore durch Philipp Pirzer - mit 3:5 ging es in den letzten Spielabschnitt. Wie schon so oft bei einer Führung schlichen sich nun bei den Ingolstädtern individuelle Leichtsinnsfehler ein. In Unterzahl musste man das 4:5 hinnehmen, das 5:5 folgte nur wenig später. Nach dem vierten Treffer des stark aufspielenden Philip Pirzer zum 5:6 waren nur noch knappe drei Minuten zu spielen. Jedoch verstanden es die Gäste nicht, den Vorsprung sicher über die Zeit zu retten. Völlig unnötig wurde der Ball bei einem Konter verloren, so dass die Memminger ganze 33 Sekunden vor dem Ende noch zum unverdienten Ausgleich kamen. Mit diesem 6:6 fand die vor allem in der Vorrunde völlig verkorkste Saison der Delphine noch ein einigermaßen versöhnliches Ende.

Die Vorbereitung auf die Saison 2002/2003

Quasi mit dem Ende der Saison 2001/2002 begann man bei den Delphinen mit den Vorbereitungen auf die neue Spielzeit. Während der Sommerferien wurde dreimal pro Woche im Freibad trainiert, einige Spieler absolvierten sogar freiwillige Sonderschichten. Es ist zu hoffen dass man durch dieses intensive Sommertraining den großen Schwachpunkt der abgelaufenen Saison - die mangelhafte Kondition – abgestellt hat. Mitten in die Sommerferien fiel auch das mittlerweile schon traditionelle Turnier in Mannheim, bei dem die Delphine einen guten siebten Platz belegten. Florian Pirzer, Philipp Pirzer, Alexander Puscas, Matthias Kallok, Johannes Ullrich, Steffen Apitzsch, Rodriguez Stohrer, Gerhard Hell, Holger Hendrichs, Christian Ungar sowie der verletzte Jan Chacko machten sich auf die lange Reise nach Mannheim. In der Gruppe A trafen die Delphine auf WPC Bedford (Großbritannien), SV Poseidon Hamburg, Hellas Hildesheim sowie SG Mannheim II. Nach der Vorrunde belegten die Ingolstädter Rang vier, das Platzierungsspiel um Platz sieben gegen den SV Hameln konnte man zu seinen Gunsten entscheiden. Die Einladung zum zweiten traditionellen Turnier in Borghorst mussten die Delphine dieses Jahr leider absagen, da es genau während der Haupturlaubszeit stattfand und den Delphinen deshalb nicht genügend Spieler zu Verfügung standen. Im nächsten Jahr möchte man jedoch wieder an dem sehr gut organisierten Turnier teilnehmen.
Nach dem Ende der Sommerferien begann das Training in der Ochsenschlacht, welches nunmehr auf volle zwei statt nur eineinhalb Stunden angesetzt ist. Diese Maßnahme ist unter anderem auf das verstärkte Engagement von Frank Roelandt zurückzuführen, der Spielertrainer Christian Ungar mittlerweile stark unterstützt. Von ihm ging auch die Idee eines kleinen Trainingslagers in Ingolstadt aus, leider konnte es aufgrund terminlicher Probleme nicht durchgeführt werden, jedoch ist es für die Zukunft angedacht. Problematisch in dieser Hinsicht sind vor allem die vielen „Legionäre“ der Delphine, die auswärtig studieren und die Mannschaft daher auch nicht komplett zusammen trainieren kann. Zu den beiden bestehenden Legionären Dennis Janitza (München) und Christian Ritter (Regensburg) gesellen sich ab dieser Saison auch noch Johannes Ullrich, Jan Chacko (beide München), Harry Huber (Regensburg) sowie Torwart Florian Pirzer (Mannheim). Alle sechs wollen dem Verein jedoch die Treue halten und so oft wie möglich zu Spielen anreisen. Daher wird die Mannschaft wohl erst beim ersten Saisonspiel komplett zusammentreffen. Allerdings gibt es auch positives zu vermelden. So trainieren nach langer Abstinenz Michael Geinzer und André Pöhlmann wieder mit und überdies ist eine Rückkehr von Alexander Kessel – in den letzten Jahren für München in der Regionalliga auf Torejagd - zurück zu den Delphinen im Gespräch. Auch einige Regensburger Spieler – Regensburg hat sich in der letzten Saison vom Spielbetrieb zurückgezogen – haben Interesse bekundet für die Delphine zu spielen. Und gegen eben diese Regensburger hat man in der Saisonvorbereitung einige Freundschaftsspiele vereinbart. Aufgrund der genannten Umstände ist davon auszugehen, dass den Delphinen in der kommenden Saison ein sehr großer Kader zur Verfügung steht. In den letzten Wochen hat sich auch schon eine hohe Trainingsbeteiligung eingestellt, so dass man voller Zuversicht in die neue Saison geht. In Anbetracht der letzten Spiele in der vergangenen Saison und der guten Vorbereitung auf die neue Spielzeit kann man hoffentlich schon bald wieder Siege feiern. Die Chancen stehen also gut, dass die kommende Saison sich von den vergangenen Jahren unterscheidet.

Stetige Fortschritte in der Jugend

Erstmals wurde im Sommer dieses Jahres der so genannte Junior-Masters-Cup ausgespielt. Ziel dieses Wettbewerbs ist die Heranführung junger Spieler an das Niveau der Herrenligen. Gleichzeitig bietet der Wettbewerb älteren Spielern, welche nicht mehr in den Herrenmannschaften ihrer Vereine aktiv sind, die Chance doch noch ein paar Spiele zu machen und den jungen Spielern mit ihrer Erfahrung in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Bei den Delphinen entschloss man sich als einzige Mannschaft fast ausschließlich mit Jugendspielern an dem Wettbewerb teilzunehmen, da man den jungen Spielern die dringend benötigte Spielpraxis verschaffen wollte. Die anderen teilnehmenden Vereine nahmen diesen Wettbewerb jedoch sehr ernst und setzten daher auch zum Großteil Spieler aus den ersten Herrenmannschaften ein. Dadurch blieben große Erfolge auf Seiten der Ingolstädter freilich aus, allerdings verkauften sich die 13 bis 16-Jährigen Jugendlichen außerordentlich gut gegen die zumeist übermächtigen Gegner. So belegte man zwar beim Abschlussturnier in der Ingolstädter Ochsenschlacht nur den letzten Platz, die jungen Spieler machten dabei aber so manchem alten Hasen der anderen Vereine das Leben schwer. Auf jeden Fall waren die Spiele für die Jugendlichen eine gute Erfahrung und wer weiß, vielleicht sorgen die jungen Delphine ja im nächsten Jahr für die ein oder andere große Überraschung.
Zuvor steht jedoch für eine Vielzahl der Ingolstädter Jugendlichen am 8. Dezember 2003 ab 13:00 Uhr in der Ochsenschlacht der Eugen-Goss-Pokal auf dem Programm. Bei dieser Veranstaltung spielen die C-Jugend-Auswahlmannschaften der Bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Oberpfalz, Schwaben und Oberbayern einen Pokalwettbewerb aus. Dabei werden die Ingolstädter Spieler einen Großteil des Kaders der oberbayerischen Mannschaft stellen. Doch nicht nur in Oberbayern gehören die „kleinen Delphine“ mittlerweile zu den Leistungsträgern, auch bayernweit schenkt man ihnen mittlerweile schon große Aufmerksamkeit. So ist es aus Ingolstädter Sicht besonders erfreulich, dass mit Erich Achziger, Christian Engelberger sowie Philip Urban gleich drei Jugendliche der Delphine am diesjährigen Bayerischen Auswahllehrgang der C-Jugend in Oberhaching teilnehmen durften. Erich Achziger wurde sogar zum nächsten Auswahllehrgang eingeladen. Diese positive Entwicklung – in den letzten Jahren hatte man keinen Auswahlspieler mehr in der Jugend – ist die Konsequenz der guten Trainingsarbeit des drei engagierten Jugendtrainer Günther Amann, Max Binder und Gerhard Hell. Um die Jugend noch weiter voranzubringen wurde von Gerhard Hell seit dieser Saison sogar noch eine weitere (freiwillige) Trainingszeit am Samstag eingeführt. Dort will man die älteren Jugendspieler langsam an die erste Mannschaft heranführen, bevor sie in das Herrentraining einsteigen. Daran soll im Laufe der Saison noch der eine oder andere Jugendspieler teilnehmen, um sich an das Niveau der ersten Mannschaft heranzutasten.