| Die Wasserballsaison
2001/2002 in der Oberliga Bayern
The same procedure as last year – the same procedure
as every year. So könnte man den Saisonverlauf der Delphine in der
abgelaufenen Spielzeit der Oberliga Bayern wohl am besten beschreiben.
Wie in den vergangenen Jahren üblich starteten die Wasserballer zum
Saisonauftakt mit einer starken Leistung gegen einen favorisierten Gegner
in die neue Runde. Pleiten, Pech und Pannen begleiteten die Delphine im
weiteren Saisonverlauf, sodass man zum Ende der Vorrunde erstmals seit
dem Aufstieg in die Oberliga keine Punkte auf dem Konto vorweisen konnte.
Die Saison fand trotzdem einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss,
da man in der Abstiegsrunde noch einige Punkte sammeln konnte.
Keine Punkte in der Vorrunde
Das erste Saisonspiel verlief trotz der 11:14(3:3;2:3;3:3;3:5)-Niederlage
gegen den TV Memmingen besser als von vielen erwartet. Über weite
Strecken des Spiels waren die Delphine die dominierende Mannschaft, lediglich
die Chancenauswertung – im Übrigen das größte Problem
der abgelaufenen Saison - machte den Ingolstädtern einen Strich durch
die Rechnung. Dabei begann das Spiel denkbar schlecht für die Gastgeber,
denn bereits nach 17 Sekunden fiel der erste Gegentreffer. Doch von diesem
frühen Rückschlag ließ sich die junge Mannschaft nicht
beirren und spielte konzentriert weiter. In der dritten Spielminute kam
man durch einen von Steffen Apitsch verwandelten Strafstoß zum Ausgleich,
postwendend musste man jedoch in Unterzahl den erneuten Rückstand
hinnehmen. Doch die Moral der Mannschaft stimmte an diesem Abend und so
war es Spielertrainer Christian Ungar, der bis zur ersten Viertelpause
zweimal den Ausgleich erzielen konnte. Im zweiten Durchgang gingen die
Ingolstädter durch Treffer von Philipp Pirzer und Johannes Ullrich
gar mit 5:3 in Führung. Zwei unglückliche Gegentore –
eines in Unterzahl – führten zum erneuten Ausgleich und nur
Sekunden vor der zweiten Pause fiel das 5:6. Selbst das 5:7 kurz nach
Wiederanpfiff brachte die Gastgeber nicht aus der Ruhe, Holger Hendrichs
sowie Johannes Ullrich brachten die Delphine mit ihren Toren wieder ins
Spiel. Nach einem vergebenen Konter führte der Gegenangriff der Memminger
direkt zum 7:8, wenig später erhöhten die Gäste auf 7:9.
Johannes Ullrich schaffte mit seinem dritten Treffer vor der letzten Pause
noch den Anschluss zum 8:9. Zu Beginn des letzten Viertels kamen die Delphine
aus dem Tritt und leisteten sich doch einige erhebliche Abwehrschnitzer,
die auch prompt bestraft wurden. Innerhalb von zwei Minuten erhöhten
die Memminger auf 8:12 und das Spiel schien gelaufen. Philipp Pirzer gelang
wenig später das 9:12, praktisch im Gegenzug stellten die Gäste
den alten Abstand jedoch wieder her. Alexander Puscas und erneut Johannes
Ullrich verkürzten noch auf 11:13, die aufkeimende Hoffnung wurde
mit dem 11:14 eine Minute vor dem Schlusspfiff jedoch zunichte gemacht.
Eine Woche später standen für die Delphine zwei schwere Auswärtsspiele
auf dem Programm. Zuerst musste man beim Regionalligaabsteiger SV Augsburg
antreten, einen Tag später stand die Reise nach Coburg auf dem Programm.
In Augsburg musste man eine klare 12:5(4:1;1:1;3:2;4:1)-Niederlage hinnehmen,
jedoch verkaufte sich die junge Ingolstädter Mannschaft gut. Den
ersten Gegentreffer musste man erst nach vier Minuten in Unterzahl hinnehmen.
Und auch der zweite Gegentreffer resultierte wieder aus einer numerischen
Unterlegenheit. Doch die Delphine ließen sich davon nicht schocken
und schafften in der sechsten Spielminute den 2:1-Anschlusstreffer durch
Matthias Kallok. Bis zur ersten Pause musste man aber noch zwei weitere
Gegentreffer zum 4:1 einstecken. Das zweite Viertel gestaltete sich äußerst
ausgeglichen, die Delphine waren die aktivere Mannschaft, die Gastgeber
die cleverere. So erzielte zwar Alexander Puscas das 4:2, praktisch im
Gegenzug fiel jedoch schon wieder das 5:2. Bis zur zweiten Pause hatten
beide Mannschaften noch eine Vielzahl an Chancen, die jedoch allesamt
ungenutzt blieben. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nicht
viel am Spiel, die Delphine verkürzten und kurz darauf stellten die
Augsburger den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Steffen Apitzsch gelang zwar
das 5:3 und Alexander Puscas das 7:4, in die letzte Pause ging es trotzdem
mit einem unglücklichen 8:4. Als schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff
das 9:4 fiel war die Vorentscheidung gefallen und die Delphine ließen
die Köpfe etwas hängen. Nach einigen Unsicherheiten in der Abwehr
stand es 12:4, ehe Alexander Puscas per Strafwurf den 12:5-Endstand herstellte.
Keine 24 Stunden später stand die lange Fahrt nach Coburg auf dem
Plan, den Delphinen merkte man die Reisestrapazen jedoch nicht an. In
einem hochklassigen Spiel verpassten die Ingolstädter durch ein 12:11(2:2;4:3;3:3;3:3)
die ersten Punkte der Saison nur denkbar knapp. Dabei begann das Spiel
sehr viel versprechend, nach lediglich 17 Sekunden konnte Steffen Apitzsch
das 0:1 markieren. Durch ein Überzahlspiel besaßen die Delphine
eine große Chance zum zweiten Treffer, welche allerdings nicht genutzt
werden konnte. Im direkten Gegenzug fiel stattdessen der 1:1-Augleich.
Nach einer überstandenen Unterzahlsituation konnte Spielertrainer
Christian Ungar die erneute Führung erzielen. Doch auch diesmal währte
die Freude nur kurz, der darauf folgende Angriff der Gastgeber führte
zum abermaligen Ausgleich. Keine Minute war im zweiten Viertel gespielt,
da konnte Johannes Ullrich das 2:3 erzielen. Aber auch diesmal hielt die
Führung der Gäste nicht lange. In der zehnten Spielminute musste
Torwart Florian Pirzer hinter sich greifen, nachdem er eine Minute zuvor
noch einen Strafwurf der Gastgeber in souveräner Manier pariert hatte.
Die Delphine geben aber keineswegs auf und kamen durch Dennis Janitza
zum 4:4. Zwei Minuten später musste die Mannschaft eine 6 gegen 4
Unterzahlsituation – zwei Spieler saßen eine große Strafe
ab – überstehen, meisterten diese jedoch ohne Fehler. Kaum
war man wieder komplett gelang Steffen Apitzsch das 4:5. Es folgte ein
erneutes Unterzahlspiel – insgesamt 15 Verwarnungen gab es in diesem
Spiel für die Delphine – welches auch prompt zum Ausgleich
führte. Lediglich vier Sekunden vor der Pause gelang den Coburgern
das aus Ingolstädter Sicht äußerst unglückliche 6:5.
Schocken ließen sich die Gäste davon allerdings nicht, Christian
Ungar verwandelte wenig später zum 6:6. Danach war für den Spielführer
jedoch Schluss, nach seiner dritten Hinausstellung musste er das Spiel
vom Beckenrand aus verfolgen. Nichtsdestotrotz gelang Alexander Puscas
das 6:7. Wenig später gab es einen erneuten Strafwurf für die
Coburger und diesmal war selbst Florian Pirzer machtlos. Daraufhin nahm
Ingolstadt eine Auszeit, diese brachte jedoch nicht den gewünschten
Effekt, stattdessen kassierte man auch noch das 8:7. Als wenig später
auch noch das 9:7 fiel – wieder einmal in Unterzahl – schwand
die Hoffnung auf einen Auswärtssieg. Doch kurz vor der letzten Pause
konnte Steffen Apitzsch die Mannschaft mit seinem Treffer zum 9:8 wieder
aufrütteln. Im letzten Durchgang mussten die Delphine gleich zu Beginn
wieder einmal eine Unterzahl überstehen, ehe Gerhard Hell das wichtige
9:9 gelang. Eine Minute später fiel die erneute Führung der
Gäste, die Steffen Apitzsch drei Minuten vor dem Abpfiff erneut egalisieren
konnte. Wenig später verursachte Alexander Puscas einen erneuten
Strafwurf für die Gastgeber, welcher zum 10:9 führte und auch
für Alexander Puscas das Spielende bedeutete. Keine 20 Sekunden später
musste auch noch Steffen Apitzsch aufgrund seines dritten persönlichen
Fehlers das Wasser verlassen und die daraus resultierende Überzahlsituation
nutzen die Coburger zum wohl vorentscheidenden 12:10. Den Schlusspunkt
dieses außerordentlich spannenden Spiels setzte Johannes Ullrich
mit einem verwandelten Strafwurf zum 12:11-Endstand.
Nach einer fünfwöchigen Winterpause empfingen die Delphine Mitte
Januar den SV Bayreuth in der Ochsenschlacht. In diesem Spiel feierte
Neuzugang Frank Roelandt einen gelungenen Einstand. Wie er gab auch Christian
Ritter in diesem Spiel nach einer langwierigen Knieverletzung sein Saisondebüt.
Jedoch blieben die ersten Punkte für die Delphine weiter aus, das
Spiel endete mit 7:13(0:2;2:5;2:2;3:3). Zu Beginn entwickelte sich ein
ausgeglichenes Spiel, Überzahlspiele auf beiden Seiten blieben ungenutzt
und so dauerte es bis zur fünften Spielminute, ehe Bayreuth das 0:1
erzielen konnte. Kurz vor der ersten Pause mussten die Delphine in Unterzahl
noch das 0:2 hinnehmen. Keine 30 Sekunden waren im zweiten Spielabschnitt
gespielt, ehe Torwart Florian Pirzer den Ball nach dem 0:3 aus dem Tor
holen musste. Philipp Pirzer verkürzte zwar eine Minute später
auf 1:3, die Gäste schlugen jedoch schon 15 Sekunden später
zurück. Ein erneutes Überzahlspiel der Gäste führte
gar zum 1:5, und nur wenig später fiel auch noch das 1:6. Wenig später
wurde der Mannschaft aus Bayreuth auch noch ein 4m-Strafwurf zugesprochen,
der auch umgehend zum 1:7 genutzt wurde. Noch vor der zweiten Unterbrechung
erhielten auch die Delphine einen Strafwurf, den Johannes Ullrich zum
2:7-Pausenstand verwerten konnte. Auch nach der Pause lief es nicht wesentlich
besser, kaum hatte Frank Roelandt das 3:7 erzielt, zogen die Gäste
auf 3:8 und durch einen erneuten Strafwurf gar auf 3:9 davon. Steffen
Apitzsch gelang wenige Sekunden vor der letzten Pause noch das 4:9. Und
auch im letzten Viertel mussten die Delphine den ersten Treffer hinnehmen.
Nach dem 4:10 entstand aus einer kläglich vergebenen Überzahlsituation
der Ingolstädter ein Konter für die Gäste, welcher zum
4:11 führte. Die Delphine, die sich zwar mittlerweile mit der Niederlage
abgefunden hatten, gaben trotzdem keineswegs auf sondern bemühten
sich stattdessen um einige schöne Tore. Diese folgten auch, und zwar
durch Steffen Apitzsch, Matthias Kallok sowie Christian Ritter. Doch auch
Bayreuth konnte noch einige Chancen verwerten, so dass es am Ende 7:13
stand.
13 Tage später spielten die Wasserballer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte
gegen den SV Weiden. Doch dieses erste Aufeinandertreffen hatte man sich
auf Seiten der Ingolstädter sicher anders vorgestellt als die Heimreise
mit einer klaren 14:2(2:0;5:0;3:0;4:2)-Niederlage antreten zu müssen.
Man war sich vor dem Spiel zwar durchaus bewusst, dass die Gastgeber schwimmerisch
zu den stärksten Teams der Liga zählen - immerhin war der Großteil
der Mannschaft vor gerade einmal zwei Jahren Deutscher Vizemeister in
der Jugend - aber insgeheim hatte man sich gegen dieses junge Team doch
eine reelle Chance auf den ersten Saisonsieg ausgerechnet. Allerdings
mussten die Delphine auf Stammtorwart Florian Pirzer, welcher jedoch von
Matthias Kallok außerordentlich gut vertreten wurde, sowie auf Dennis
Janitza und Holger Hendrichs verzichten. Gleich zu Beginn entwickelte
sich ein munteres Spiel, mit Chancen auf beiden Seiten, jedoch hatten
die Delphine mit zwei Pfostenschüssen das Pech auf ihrer Seite. In
der vierten Minute waren die Delphine erstmals in Unterzahl, überstanden
diese auch souverän, mussten aber wenige Sekunden später das
0:1 hinnehmen. Nur eine weitere Minute verging bis zum 0:2. Doch dann
kamen die Gäste besser ins Spiel und erarbeiteten sich mehrere gute
Torchancen, die jedoch alle ungenutzt blieben. Auch ein Überzahlspiel
kurz vor Ende des ersten Viertels brachte nicht den erhoffen Anschlusstreffer.
Für einen faden Beigeschmack sorgte das Weidener Kampfgericht, das
vier Sekunden vor der Pause die Zeit anhielt, um den Gastgebern noch einen
Angriff zu ermöglichen, was jedoch zum Glück vom Schiedsrichter
bemerkt wurde und daher keine negativen Folgen für die Ingolstädter
mit sich brachte. Der zweite Durchgang ähnelte dem ersten, beide
Mannschaften standen in der Defensive sehr gut, dadurch ergaben sich kaum
nennenswerte Torchancen. In der elften Minute gelang den Weidenern das
3:0. Eine Minute später bescherten die Schiedsrichter den Gastgebern
das 4:0, als sie erst Ecke für Ingolstadt anzeigten, dann jedoch
das Spiel weiterlaufen ließen und ein Spieler der Weidener alleine
auf Tor schwamm und verwandelte. Dadurch aufgebracht verloren die Delphine
ihren Rhythmus und haderten mit dem Schiedsrichter anstatt sich auf das
Spiel zu konzentrieren. Was folgte waren drei Gegentore binnen 90Sekunden
und damit war das Spiel endgültig entschieden. Es folgte die zweite
Viertelpause. Der dritte Durchgang war eher unspektakulär, es gab
nur wenige wirklich zwingende Torszenen auf beiden Seiten. Wieder waren
es die Gastgeber, die das Glück auf ihrer Seite hatten und den Spielstand
auf 10:0 ausbauen konnten, wohingegen die Delphine an ihrer miserablen
Chancenverwertung verzweifelten. Im letzten Spielabschnitt fiel dann endlich
das erste Ingolstädter Tor, Steffen Apitzsch traf in Überzahl
zum 11:1. Dem 12:1 folgte ein 4m-Strafwurf für Ingolstadt, den Johannes
Ullrich souverän zum 12:2 verwandelte. Es folgten noch zwei Gegentreffer
und am Ende hieß es 14:2 für den SV Weiden.
Auch eine Woche später mussten die Delphine wieder einmal die Heimreise
ohne Punkte antreten. Beim souveränen Tabellenführer, dem Post
SV Nürnberg, setzte es eine klare 14:3(3:0;4:0;4:3;3:0)-Niederlage.
Ein Sieg war gegen die Gastgeber aus Nürnberg nie in Reichweite,
zu erfahren und abgeklärt spielten die Routiniers des Post SV. Bereits
nach einer Minute konnten sie das 1:0 erzielen, nur 68 Sekunden später
stand es bereits 2:0 und wiederum nur 48 Sekunden vergingen zum 3:0. Nach
diesem frühen Schock rafften sich die Delphine auf und fanden besser
zu ihrem Spiel, vor allem in der Defensive stand man, wie auch schon in
den letzten Spielen, recht sicher. Das große Problemkind war weiterhin
die Offensive, denn sowohl im ersten als auch im zweiten Viertel konnten
die Delphine keinen Treffer erzielen, wenngleich einige wenige Chancen
durchaus vorhanden waren. So stand es im dritten Durchgang bereits 8:0,
ehe Frank Roelandt den ersten Ball im Nürnberger Gehäuse zum
8:1 unterbrachte. Überhaupt hatten sich die Delphine im dritten Durchgang
besser gefunden, das Spiel verlief in dieser Phase sehr ausgeglichen,
weil neben dem wieder einmal überragenden Torwart Florian Pirzer
auch Johannes Ullrich in der Defensive eine starke Leistung zeigte. Trotzdem
waren weitere Gegentore nicht zu verhindern, allerdings kamen auch die
Delphine zu zwei weiteren schön herausgespielten Treffern durch Philipp
Pirzer. Mit 11:3 ging es in den letzten Durchgang und das Spiel verflachte
etwas, was wohl auch an der nachlassenden Kondition der Delphine lag.
Drei Tore waren den Nürnbergern noch vergönnt, am Ende hieß
es dann 14:3, zwar etwas hoch aber alles in allem ganz klar ein verdienter
Sieg für den Tabellenführer aus Nürnberg.
Nach den zwei herben Niederlagen gegen die beiden Aufstiegsfavoriten aus
Nürnberg und Weiden reisten die Wasserballer des SC Delphin Ingolstadt
Mitte Februar nach Bayreuth. Zwar unterlag man auch dort relativ deutlich
mit 16:7(3:0;5:2;5:2;3:3), aber aufgrund der gegebenen Umstände konnte
das Spiel dennoch als positiver Schritt in die richtige Richtung gesehen
werden. Denn die Delphine fuhren mit lediglich acht Spielern nach Bayreuth,
nachdem es der halben Mannschaft aufgrund von Verletzungen oder der damaligen
Grippewelle nicht möglich war, Wasserball zu spielen. Und eben diese
Grippewelle hatte auch vier der acht Mitgereisten erwischt, die sich davon
jedoch nicht abhalten ließen ihren Sport auszuüben. So ließ
sich beispielsweise Alexander Puscas kurz vor der Abreise noch „fitspritzen“
und machte später ein starkes Spiel mit drei erzielten Treffern.
Überhaupt muss man sagen, dass gegen Bayreuth endlich einmal wieder
eine Ingolstädter Mannschaft im Wasser war, in der jeder für
jeden kämpfte. Eine reelle Siegchance hatte man dadurch gegen den
Tabellendritten freilich trotzdem nicht, aber immerhin konnte die dezimierte
Mannschaft streckenweise ganz gut mit den Gastgebern mithalten. Das erste
Viertel ging zwar mit 3:0 an Bayreuth, dennoch zeigten die Delphine gerade
auch in der Abwehr eine sichere Leistung. In der achten Spielminute gelang
Alexander Puscas dann sogar das zu diesem Zeitpunkt verdiente 3:1. Die
Freude währte jedoch nicht lange, denn die Gastgeber erhöhten
in der Folgezeit auf 6:1, ehe erneut Alexander Puscas ein Treffer gelang.
Es folgten zwei weitere Gegentore und mit einem 8:2 ging es in die zweite
Pause. Dem frühen 9:2 folgte wieder ein wunderschönes Tor von
Alexander Puscas, ehe die Gastgeber den alten Abstand wieder herstellen
konnten. Ein schönes Überzahlspiel nutzen die Delphine zum 10:4
durch Spielertrainer Christian Ungar, der am Tag zuvor seinen 30. Geburtstag
feierte. Aber auch auf Ingolstädter Seite gab es eine Reihe von Strafzeiten,
die die Bayreuther ausnutzen und bis zum Viertelende auf 13:4 davonzogen.
Der letzte Durchgang war überraschenderweise der stärkste auf
Seiten der Delphine - man hatte doch eher einen konditionellen Einbruch
aufgrund der dünnen Spielerdecke erwartet. Aber stattdessen spielten
die Delphine weiter munter mit, allen voran Philipp Pirzer drehte noch
einmal richtig auf und erzielte drei sehenswerte Tore in diesem Viertel.
Den Schlusspunkt setzte ein 4m-Strafwurf auf Seiten der Bayreuther, den
der Ex-Ingolstädter Wolfgang Übersetzig zum 16:7-Endstand verwandelte.
Pokalaus gegen Weiden
Zwei Wochen blieben den Delphinen, ehe sie erneut nach
Weiden reisen mussten. Diesmal stand die erste Runde des Bayerischen Pokals
auf dem Programm. Einen Sieg gegen den späteren Oberligameister aus
Weiden hatte niemand ernsthaft in Erwägung gezogen, trotzdem fiel
die 24:2(9:1;6:1;3:0;6:0)–Niederlage dann doch etwas zu heftig aus.
Wieder einmal, wie so oft bei Auswärtsspielen in dieser Saison, mussten
die Delphine auf einen Großteil der Stammspieler verzichten. Um
wenigstens zwei Auswechselspieler zur Verfügung zu haben, setzte
Spielertrainer Christian Ungar erstmals auf den erst 14-jährigen
Thomas Back, der in seinem ersten Einsatz in der Oberligamannschaft gleich
ein gutes Spiel ablieferte. Auch sonst spielten die Ingolstädter
kein schlechtes Wasserball, sie versuchten konsequent ihre taktische Marschroute
umzusetzen, was im Grunde auch gut gelang, jedoch eröffneten die
vielen individuellen Fehler dem Gegner eine Konterchance nach der anderen,
gegen die Ersatzkeeper Matthias Kallok oftmals alleine auf verlorenem
Posten stand. Die Tore für die Delphine erzielten Christian Ritter
zum 8:1 sowie Johannes Ullrich zum 9:2.
Das Warten auf den ersten Punkt
Das Pokalspiel vom Vortag so schnell wie möglich
abhaken hieß die Devise im Lager der Delphine vor dem Spiel gegen
die WBG Coburg, als Tabellensechster immerhin direkter Konkurrent der
Delphine. Doch anscheinend saß die Niederlage in Weiden doch tiefer
als man dachte, mit 9:12(1:7;2:2;3:1;3:2) mussten sich die Delphine dem
Tabellennachbarn geschlagen geben. Trotz des Mitwirkens fünf in Weiden
nicht angetretener Stammspieler war insbesondere das erste Viertel ein
Desaster. Zwar konnte Johannes Ullrich nach 23 Sekunden per 4m-Strafwurf
noch das 1:0 markieren, was danach folgte war jedoch das reinste Chaos
in der Hintermannschaft der Gastgeber. Bis zum Viertelende konnte die
Coburger in lediglich sechs Minuten sage und schreibe sieben Tore erziele,
fünf davon fielen gar in nur zwei Minuten. Von diesem Spielstand
natürlich völlig geschockt gingen die Delphine ins zweite Viertel,
und was keiner mehr erwartete hatte trat ein, die Delphine bestimmten
nun plötzlich das Spiel. Jetzt standen sie konsequent in der Defensive
und auch nach vorne kam endlich einmal etwas zu Stande. So war es Alexander
Puscas, der in Überzahl zum 2:7 traf, zwei Minuten später erzielte
Philipp Pirzer, erneut in Überzahl, das 3:7. Leider mussten die Ingolstädter
noch zwei weitere unglückliche Gegentreffer bis zum Seitenwechsel
hinnehmen. Nach dem Wiederanpfiff folgte das 3:10, jedoch steckten die
Delphine nicht auf und kämpften sich erneut heran. Uli Schmid, erneut
Philipp Pirzer sowie Jan Chacko mit seinem längst überfälligen
ersten Saisontor konnten den Spielstand auf 6:10 verkürzen. Angespornt
von der grandiosen Aufholjagd spielten die Delphine immer besser und kamen
zu weiteren Toren durch Philipp Pirzer, Uli Schmid sowie Johannes Ullrich.
Leider reichte es am Ende nicht mehr das Spiel noch zu drehen, dafür
vergab man einfach zu viele 100%ige Torchancen, doch trotz des 9:12 muss
man der Mannschaft ein großes Kompliment machen, wie hart sie sich
trotz des zwischenzeitlichen 1:7-Rückstandes noch einmal herangekämpft
hat.
Auch im neunten Saisonspiel reichte es wieder einmal nicht zum Sieg, dafür
boten die Delphine aber eine sehr ansprechende Leistung beim 8:16(0:4;2:5;2:5;4:2)
gegen den SV Augsburg. Das Ergebnis spiegelt die Spielanteile der beiden
Teams in keinster Weise wider, man muss sogar sagen, dass die Delphine
insgesamt mehr vom Spiel hatten. Doch leider scheiterte der erste Saisonsieg
wieder an der miserablen Chancenverwertung der Gastgeber. Das zweite Problem
der Ingolstädter war der Augsburger Spielgestalter Jürgen Merk.
Der Ex-Bundesligaspieler erzielte neun der insgesamt 16 Tore der Gäste.
Bereits im ersten Viertel konnte er den starken Florian Pirzer im Tor
der Delphine dreimal überwinden. Doch auch auf Seiten der Ingolstädter
waren einige Chancen vorhanden, allerdings standen entweder der Augsburger
Torwart oder das Aluminium dem Torerfolg im Weg und so ging es mit 0:4
in die erste Pause. Auch im zweiten Spielabschnitt waren die Delphine
gleichwertig und in der neunten Spielminute konnten sie zum ersten Mal
jubeln, als Steffen Apitzsch das 1:4 markierte. Die Freude währte
jedoch nur kurz, 20 Sekunden später musste man das 1:5 in Unterzahl
hinnehmen. Nach einem weiteren Gegentreffer war es Jan Chacko, der wie
schon in den beiden vorausgegangenen Spielen eine aufsteigende Form zeigte,
dem das 2:6 gelang. In der Folgezeit begingen die Ingolstädter eine
Vielzahl kleiner individueller Fehler, die prompt zu drei weiteren Gegentreffern
führten. Trotz einiger guter Chancen, unter anderem schoss Philipp
Pirzer nach einem schönen Spielzug freistehend nur den Torwart an,
musste man sich mit einem 2:9 nach dem zweiten Viertel begnügen.
Der Seitenwechsel brachte für die Delphine auch nicht die so dringend
nötige Abschlussstärke, ganz im Gegenteil zu den Augsburgern,
die eine enorme Chancenverwertung an den Tag legten. Nichtsdestotrotz
erzielte Matthias Kallok das zwischenzeitliche 3:10, was aber nicht all
zu viel half, nahmen doch in dieser Phase des Spiels die Strafzeiten gegen
die Delphine zu, was zwangsläufig zu weiteren Gegentreffern führte.
Steffen Apitzsch setzte mit dem 4:14 den Schlusspunkt des dritten Viertels.
Hatte man die bisherigen Spielabschnitte trotz optischer Überlegenheit
noch knapp verloren, konnte man im letzten Durchgang endlich einige der
vielen Chancen zu Torerfolgen nutzen und das Viertel für sich entscheiden.
Nach dem 4:14 drehten die Gastgeber auf, Steffen Apitzsch in Überzahl,
Johannes Ullrich, Alexander Puscas sowie Jan Chacko konnten den Spielstand
auf 8:15 verbessern. Kurz vor Spielende fiel noch der 8:16-Endstand in
Unterzahl. Trotz der erneuten Niederlage war man bei den Delphinen nach
dem Spiel nicht völlig unzufrieden. Das intensive taktische Training
von Spielertrainer Christian Ungar, der im Übrigen wie Frank Roelandt
leicht verletzt in das Spiel ging, trug in diesem Spiel seine erste Früchte.
Einen weiteren ganzen Monat hatte die Mannschaft Zeit, das neue taktische
System einzustudieren, ehe die nächsten Spiele anstanden. In Memmingen
unterlag man noch mit 19:9, gegen die beiden Spitzenteams der Liga schrammte
man eine Woche später aber nur denkbar knapp an einer Sensation vorbei.
Das 7:16(3:3;0:6;1:5;3:2) gegen den SV Weiden erscheint auf den ersten
Blick zwar recht deutlich, jedoch konnten die Delphine das Spiel über
weite Strecken bestimmen. Die Delphine legten los wie die Feuerwehr, bereits
nach 56 Sekunden verwandelte Steffen Apitzsch einen schönen Angriff
zum 1:0. Nur eineinhalb Minuten später erzielte Holger Hendrichs
sogar das sensationelle 2:0. Die Weidener waren aufgrund des Ingolstädter
Angriffswirbels derart überrascht, dass es bis zur fünften Spielminute
dauerte, ehe sie den ersten Treffer erzielen konnten. Doch die Ingolstädter
spielten weiter munter mit und kaum eine Minute später stellte der
starke Jan Chacko mit dem 3:1 den alten zwei-Tore-Vorsprung wieder her.
Die Weidener waren sichtlich nervös, fanden sie doch kein probates
Mittel gegen die starken Gastgeber. Erst ein Überzahlspiel brachte
sie wieder ins Spiel zurück und führte auch gleich zum 3:2.
Als besonders bitter für die Delphine muss der Ausgleich eine Sekunde
vor der ersten Pause bezeichnet werden. Während dieser Pause hat
der Weidener Trainer wohl einigen seiner Spieler gehörig den Kopf
gewaschen, denn im zweiten Durchgang dominierten sie plötzlich das
Spiel fast nach belieben. Hauptgrund für die nun auftretende Dominanz
war das extreme Pressing der Gäste, mit dem die Ingolstädter
einfach nicht zurecht kamen. Zwar konnte man auch auf Seiten der Delphine
einige wenige Torchancen vermerken, alles in allem ging das Viertel aber
mehr als deutlich mit 6:0 (allerdings fielen auch drei Tore in Überzahl)
an die Weidener, wobei der Ingolstädter Torwart Florian Pirzer noch
einige hundertprozentige Chancen der Gäste vereitelte. Im dritten
Viertel änderte sich an der Gesamtsituation wenig, immer noch störten
die Weidener die Delphine durch ihr frühes Forechecking schon im
Spielaufbau, so dass auf Seiten der Ingolstädter nur wenig nach vorne
zu Stande kam. In der 17. Minute konnte Steffen Apitzsch - in diesem Spiel
mit vier Treffern erfolgreichster Delphin - das 4:11 erzielen. Es sollte
das einzige Tor der Gastgeber in diesem Spielabschnitt bleiben. Mit 4:14
ging es in die letzte Pause. Und in dem darauf folgenden Viertel konnten
die Delphine nun wieder mithalten, man spielte jetzt ruhiger und nicht
mehr so hektisch wie in den beiden vorausgegangenen Spielabschnitten.
Wieder war es Steffen Apitzsch, der das 5:14 erzielte. In Unterzahl mussten
die Delphine das 5:15 hinnehmen, ehe Steffen Apitzsch das 6:15 erzielte.
Nach einem weiteren Gegentreffer war es Jan Chacko, der mit seinem zweiten
Tor den 7:16-Endstand herstellte.
Am darauf folgenden Sonntag stand dann das letzte Spiel der diesjährigen
Winterrunde in der Oberliga Bayern auf dem Programm. Zu Hause empfingen
die Delphine den Tabellenzweiten aus Nürnberg. Auch in diesem Spiel
ging es für die Delphine um nichts mehr, war man doch vor diesem
Wochenende schon sicher auf dem letzten Tabellenplatz, die Nürnberger
jedoch mussten unbedingt gewinnen, wollte man die Aufstiegschance wahren.
Aber in Anbetracht des bisherigen Saisonverlaufs hatten die Nürnberger
wohl eher mit einem lockeren Trainingsspiel gerechnet. Doch es sollte
anders kommen. Die Delphine, motiviert durch die starke Leistung am Vortag
gegen Weiden, hatten sich zumindest darauf eingeschworen, es den Nürnbergern
so schwer wie möglich zu machen. Doch bereits nach zwei Minuten stand
es 0:2 aus Ingolstädter Sicht und alles schien den erwarteten Verlauf
zu nehmen. Aber an diesem Wochenende konnte man die Delphine nicht aus
der Ruhe bringen, die Moral stimmte und so kam man durch zwei schöne
Tore von Steffen Apitzsch in der dritten und vierten Spielminute zum Ausgleich.
Und nun taten sich auch die Nürnberger - wie Tags zuvor schon der
SV Weiden - schwer, gegen die unermüdlich kämpfende und hoch
motivierte Mannschaft der Gastgeber einen vernünftigen Spielaufbau
zu betreiben. Eine unglückliche Situation nach fünf Minuten
führte dann dennoch zum 2:3. Vor der ersten Pause hatten beide Teams
noch mehrere Möglichkeiten, unter anderem jeweils ein Überzahlspiel,
Tore sollten aber keine mehr fallen. Auch im zweiten Durchgang waren die
Ingolstädter ein gleichwertiger Gegner, hätte man die Tabelle
nicht gekannt wäre das Spiel durchaus als ein Entscheidungsspiel
um den Aufstieg durchgegangen. Die Nürnberger taten sich unheimlich
schwer gegen die gut gestaffelte Hintermannschaft der Delphine, und wenn
sie dann doch einmal eine Chance hatten stand noch ein glänzend aufgelegter
Florian Pirzer im Ingolstädter Gehäuse. Trotzdem musste man
das 2:4 sowie das 2:5 hinnehmen, beide Male war man aufgrund von Strafzeiten
mit einem Spieler weniger im Wasser. Als auch die Ingolstädter in
den Genuss eines Überzahlspiels kamen nutzten sie dieses gleich zum
3:5 durch Steffen Apitzsch. In diesem Viertel musste fast ständig
eine Mannschaft in Unterzahl agieren, so fiel auch das 3:6 bei numerischer
Überlegenheit. Ebenfalls in Überzahl traf Philipp Pirzer zum
4:6. Nach dem 4:7 konnte erneut Philipp Pirzer auf 5:7 verkürzen.
Im dritten Durchgang machten die Delphine das Spiel und kamen sogleich
durch den überragenden Steffen Apitzsch zum 6:7-Anschlusstreffer.
In der 16. Minute gelang Alexander Puscas gar der Treffer zum 7:7 in Überzahl.
Doch nun wurden die Delphine ein wenig nervös, war der bisherige
Spielstand doch etwas überraschend. Die Folge waren drei unglückliche
Gegentreffer zum 7:10. Erst Holger Hendrichs konnte mit dem 8:10 wieder
etwas Ruhe in das Spiel bringen. Nach einem kläglich vergebenen Überzahlspiel
der Ingolstädter ging es in die letzte Pause. Zwar gewann Steffen
Apitzsch nach dem Wiederanpfiff wie schon in den drei vorangegangenen
Vierteln das Anschwimmen, Kapital konnten die Delphine daraus jedoch nicht
schlagen. Stattdessen nutzten die Nürnberger eine erneute Überzahlsituation
zum wahrscheinlich vorentscheidenden 8:11. Von da an beschränkten
sich die Nürnberger nur noch auf die Defensive, kaum ein Schuss kam
auf das Ingolstädter Tor. Auf der Gegenseite hatten die Gastgeber
noch einige Chancen, die jedoch teils unnötig, teils unglücklich
vergeben wurden. Dass es bis auf den Treffer von Steffen Apitzsch zum
9:11 eine Minute vor Schluss zu keinen weiteren Toren mehr reichen sollte,
lag wohl vor allem daran, dass die Ingolstädter die Tore erzwingen
wollten, anstatt ihr in den ersten drei Durchgängen so erfolgreiches
Spielsystem weiter ruhig und konzentriert zu praktizieren.
Starke Leistung in der Abstiegsrunde
Als Tabellenletzter gingen die Delphine zusammen mit den
Mannschaften aus Coburg und Memmingen in die Abstiegsrunde – wobei
es dieses Jahr keinen Absteiger gab, da die Verbandsliga mangels teilnehmender
Vereine schon letztes Jahr eingestellt wurde. Im ersten Spiel der Abstiegsrunde
empfingen die Delphine den TV Memmingen, der mit 12 Punkten aus der Vorrunde
immerhin genauso viele auf dem Konto hatte wie der Tabellendritte Bayreuth
und nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz an der Abstiegsrunde teilnehmen
musste. Was gegen Weiden und Nürnberg in den letzten beiden Vorrundenspielen
noch nicht geklappt hatte schafften die Delphine in diesem Spiel: Einen
Sieg gegen einen klaren Favoriten. Ein Jahr, vier Monate und fünf
Tage waren seit dem letzten Sieg vergangen, umso größer war
die Erleichterung im Lager der Delphine über die Erkenntnis, dass
man doch noch gewinnen kann. Viele trauten dem Ingolstädter Team
in der Abstiegsrunde nicht einmal einen müden Punkt zu, doch die
Delphine feierten nach einer über weite Strecken überzeugenden
Partie gegen die hoch favorisierte Mannschaft aus Memmingen einen klaren
und überaus verdienten 14:11(3:5;1:2;5:1;5:3)-Heimsieg. Das was sich
in den letzten Spielen der Vorrunde schon angedeutet hatte fand nun im
ersten Spiel der diesjährigen Abstiegsrunde der Oberliga Bayern seine
Fortsetzung. Auch ohne Stammtorhüter Florian Pirzer und den verletzten
Jan Chacko lieferten die Ingolstädter von Beginn an eine engagierte
und konzentrierte Leistung gegen den Tabellenführer der Abstiegsrunde
ab. Und es begann gut für die Delphine, Steffen Apitzsch gewann das
erste Anschwimmen (wie im übrigen auch die anderen drei) und bereits
nach 31 Sekunden zappelte der Ball nach einer herrlichen Kombination das
erste Mal im Netz der Memminger. Torschütze war Alexander Puscas.
Von der frühen Führung beflügelt spielten die Delphine
weiter munter nach vorne, diese offensive Spielweise eröffnete den
Gästen jedoch das ein ums andere Mal ausgezeichnete Konterchancen,
die sich die erfahrenen Spieler natürlich nicht entgehen ließen.
Plötzlich stand es also 1:3, ohne dass sich die Memminger auch nur
eine richtige Torchance herausgespielt hatten. Trotzdem ließ man
sich im Lager der Delphine nicht verwirren, man hielt sich weiter an die
von Spielertrainer Christian Ungar ausgegebene Marschroute und erarbeitete
sich weitere Torchancen. Eine davon nutzte Philipp Pirzer zum 2:3-Anschlusstreffer
in der fünften Minute. Keine 60 Sekunden später besorgte Ulrich
Schmid gar den Ausgleich. Ein Glückstreffer brachte die Gäste
wieder in Front, kurz vor der ersten Pause fiel dann auch noch das unverdiente
3:5. Den zweiten Durchgang eröffneten die Gäste mit einem erneuten
Treffer zum 3:6. In Überzahl verwandelte Steffen Apitzsch zum 4:6,
ehe Memmingen wieder den alten drei-Tore-Abstand herstellte. Es folgten
noch einige Chancen auf beiden Seiten, etwas Zählbares sprang dabei
aber nicht mehr heraus, so dass es mit einem 4:7 in die zweite Pause ging.
Nur 38 Sekunden nach Wiederbeginn nutzte Philipp Pirzer ein Überzahlspiel
zum 5:7. Jetzt drehten die Gastgeber auf. Keine volle Minute später
war es erneut Philipp Pirzer, der zum 6:7 traf. Und exakt 60 Sekunden
danach konnte Holger Hendrichs ein erneutes Überzahlspiel zum Ausglich
nutzen. Nun hatten die Delphine das Spiel sicher im Griff, Steffen Apitzsch
brachte die Delphine mit 8:7 in Führung. Das zwischenzeitliche 8:8
korrigierte Alexander Puscas mit seiner zweiten Treffer zum 9:8. Mit diesem
Zwischenstand ging es auch in die letzte Pause. Auch im letzten Viertel
blieben die Delphine die spielbestimmende Mannschaft, Johannes Ullrich
traf per Strafwurf zum 10:8, Philipp Pirzer, erneut Johannes Ullrich sowie
Steffen Apitzsch bauten den Vorsprung der Delphine bis auf fünf Treffer
aus. Ein Strafwurf für Memmingen führte zum 13:9, und plötzlich
schlich sich bei den Delphine eine kleine Nervosität ein. In Unterzahl
musste man zwei Gegentreffer zum 13:11 hinnehmen. Das Spiel der Gastgeber
wirkte zu diesem Zeitpunkt zerfahren und unkonzentriert, so dass ich Spielertrainer
Christian Ungar gezwungen sah, 40 Sekunden vor Ende des Spiels eine Auszeit
zu nehmen. Dies brachte die Memminger wieder aus ihrem Rhythmus, und Alexander
Puscas setzte mit seiner vierten Treffer den Schlusspunkt zum 14:11-Sieg.
Hoch motiviert von dieser starken Leistung fuhren die Delphine 14 Tage
später nach Coburg, erlebten dort jedoch eine herbe Enttäuschung.
Statt einer erhofften Sieges wurde man mit 14:6(5:1;4:0;2:2;3:3) ziemlich
deutlich nach Hause geschickt. Und das traurige daran: Nichts war zu sehen
vom Aufwärtstrend der letzten Spiele, als man gegen die vermeintlich
stärkeren Gegner munter mitspielte und die Spiele gar phasenweise
klar dominiert hatte. Statt dessen ließ man die Coburger unbedrängt
ihr Spiel aufziehen, nach gerade einmal fünf Minuten lag man bereits
deutlich mit 0:4 zurück. Zwei der vier Tore erzielten die Gastgeber
in Überzahl, eines war ein 4m-Strafwurf. Daran sieht man auch was
das Hauptproblem der Delphine an diesem Spieltag war: Viele individuelle
Fehler führten zu vermeidbaren Unterzahlsituationen, die der Gegner
eiskalt auszunutzen wusste. Einige dieser Strafen gegen die Ingolstädter
waren zwar unglücklich vom Schiedsrichterduo verhängt worden,
allerdings erwirkt man durch die ständige Meckerei auch keine Verbesserung
- sondern eher das Gegenteil. Trotzdem kamen die Delphine im ersten Viertel
doch noch zu ihrem ersten Treffer, in der sechsten Spielminute traf Spielertrainer
Christian Ungar zum 4:1. Nur wenige Sekunden später folge jedoch
das 5:1, mit dem es in die erste Pause ging. Auch im zweiten Viertel fanden
die Ingolstädter nicht zu ihrem Spiel, beste Torchancen wurden vergeben
und in der Rückwärtsbewegung fand man kein Mittel die gefährlichen
Konter der Coburger zu unterbinden. In diesem Durchgang gelang den Delphinen
kein einziger Treffer, und das trotz zweier Überzahlsituationen.
Mit einem deprimierenden 9:1 ging es zum Seitenwechsel. Neuer Spielabschnitt,
altes Bild, die Delphine waren zwar bemüht aber glücklos, Coburg
kam mit zwei weiteren Kontern zum Torerfolg. In der 18. Minute traf Johannes
Ullrich zum 11:2, Philipp Pirzer zwei Minuten später in Überzahl
zum 11:3. Mit diesem Spielstand ging es in den letzten Durchgang. Die
Kräfte der Gastgeber ließen etwas nach, wodurch sich nun für
die Delphine immer bessere Torchancen ergaben, Kapital schlagen konnten
sie jedoch nur aus wenigen. In Überzahl verwandelte Steffen Apitzsch
zum 11:4, es folgten postwendend zwei Gegentore zum 13:4. Christian Ungar
gelang mit seinem zweiten Treffer das 13:5, nach einem erneuten Gegentor
setzte Johannes Ullrich mit einem verwandelten Strafwurf den Schlusspunkt
zum 14:6-Endstand. Insgesamt ein schwaches Spiel der Delphine, die sich
aufgrund der vorausgegangenen Spiele viel Mut gemacht hatten.
Eine Woche später stand das Rückspiel gegen Coburg auf dem Plan,
die Coburger zogen jedoch überraschend ihr Mannschaft aus der Oberliga
zurück, wodurch Tags drauf das letzte Saisonspiel der Delphine in
Memmingen auf dem Programm stand. Und das ausgerechnet am gleichen Tag
wie das Fussball-WM-Finalspiel. Aufgrund dessen ließen einige Spieler
die Mannschaft im Stich und zogen die Finalniederlage der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft
dem Spiel ihres Wasserball-Teams vor. Erfreulicherweise fanden sich trotzdem
zehn Ingolstädter Spieler, um die diesjährige Wasserballsaison
noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen. Am Ende sprang immerhin
ein 6:6(2:2;1:1;0:2;3:1)-Unentschieden heraus, wobei der mögliche
zweite Saisonsieg erst kurz vor Schluss verspielt wurde. Das Spiel begann
äußerst temporeich, mit einer Vielzahl an Chancen auf beiden
Seiten, die jedoch alle nicht zum Erfolg führten. Erst in der vierten
Spielminute konnten die Gastgeber das 1:0 erzielen. Doch die Delphine
setzten nach und kamen nur eine Minute später in Überzahl durch
das Geburtstagskind Steffen Apitzsch zum 1:1 Ausgleich. Noch in der gleichen
Minute erhöhte Alexander Puscas auf 1:2. Kurz vor der ersten Pause
mussten die Delphine noch den erneuten Ausgleich hinnehmen. Zu Beginn
des zweiten Viertels standen die Ingolstädter unter starkem Druck,
da sie zwei Mal in eine Unterzahlsituation überstehen mussten. Die
zweite führte leider zum 3:2 für die Gastgeber. Philipp Pirzer
stellte mit seinem Treffer in der 13. Minute den Gleichstand wieder her.
Das 3:3 war zugleich der Pausenstand. Im zweiten Durchgang hatte es sich
schon angedeutet, nun beherrschten die Delphine das Spiel. Vor allem in
schwimmerischer Hinsicht wussten sie zu überzeugen, oft konnten sie
nur durch grobe Fouls in ihrem Offensivdrang gestoppt werden. Zwei grobe
Fouls, zwei clever gespielte Überzahlsituationen, zwei schöne
Tore durch Philipp Pirzer - mit 3:5 ging es in den letzten Spielabschnitt.
Wie schon so oft bei einer Führung schlichen sich nun bei den Ingolstädtern
individuelle Leichtsinnsfehler ein. In Unterzahl musste man das 4:5 hinnehmen,
das 5:5 folgte nur wenig später. Nach dem vierten Treffer des stark
aufspielenden Philip Pirzer zum 5:6 waren nur noch knappe drei Minuten
zu spielen. Jedoch verstanden es die Gäste nicht, den Vorsprung sicher
über die Zeit zu retten. Völlig unnötig wurde der Ball
bei einem Konter verloren, so dass die Memminger ganze 33 Sekunden vor
dem Ende noch zum unverdienten Ausgleich kamen. Mit diesem 6:6 fand die
vor allem in der Vorrunde völlig verkorkste Saison der Delphine noch
ein einigermaßen versöhnliches Ende.
Die Vorbereitung auf die Saison
2002/2003
Quasi mit dem Ende der Saison 2001/2002 begann man bei
den Delphinen mit den Vorbereitungen auf die neue Spielzeit. Während
der Sommerferien wurde dreimal pro Woche im Freibad trainiert, einige
Spieler absolvierten sogar freiwillige Sonderschichten. Es ist zu hoffen
dass man durch dieses intensive Sommertraining den großen Schwachpunkt
der abgelaufenen Saison - die mangelhafte Kondition – abgestellt
hat. Mitten in die Sommerferien fiel auch das mittlerweile schon traditionelle
Turnier in Mannheim, bei dem die Delphine einen guten siebten Platz belegten.
Florian Pirzer, Philipp Pirzer, Alexander Puscas, Matthias Kallok, Johannes
Ullrich, Steffen Apitzsch, Rodriguez Stohrer, Gerhard Hell, Holger Hendrichs,
Christian Ungar sowie der verletzte Jan Chacko machten sich auf die lange
Reise nach Mannheim. In der Gruppe A trafen die Delphine auf WPC Bedford
(Großbritannien), SV Poseidon Hamburg, Hellas Hildesheim sowie SG
Mannheim II. Nach der Vorrunde belegten die Ingolstädter Rang vier,
das Platzierungsspiel um Platz sieben gegen den SV Hameln konnte man zu
seinen Gunsten entscheiden. Die Einladung zum zweiten
traditionellen Turnier in Borghorst mussten die Delphine dieses Jahr leider
absagen, da es genau während der Haupturlaubszeit stattfand und den
Delphinen deshalb nicht genügend Spieler zu Verfügung standen.
Im nächsten Jahr möchte man jedoch wieder an dem sehr gut organisierten
Turnier teilnehmen.
Nach dem Ende der Sommerferien begann das Training in der Ochsenschlacht,
welches nunmehr auf volle zwei statt nur eineinhalb Stunden angesetzt
ist. Diese Maßnahme ist unter anderem auf das verstärkte Engagement
von Frank Roelandt zurückzuführen, der Spielertrainer Christian
Ungar mittlerweile stark unterstützt. Von ihm ging auch die Idee
eines kleinen Trainingslagers in Ingolstadt aus, leider konnte es aufgrund
terminlicher Probleme nicht durchgeführt werden, jedoch ist es für
die Zukunft angedacht. Problematisch in dieser Hinsicht sind vor allem
die vielen „Legionäre“ der Delphine, die auswärtig
studieren und die Mannschaft daher auch nicht komplett zusammen trainieren
kann. Zu den beiden bestehenden Legionären Dennis Janitza (München)
und Christian Ritter (Regensburg) gesellen sich ab dieser Saison auch
noch Johannes Ullrich, Jan Chacko (beide München), Harry Huber (Regensburg)
sowie Torwart Florian Pirzer (Mannheim). Alle sechs wollen dem Verein
jedoch die Treue halten und so oft wie möglich zu Spielen anreisen.
Daher wird die Mannschaft wohl erst beim ersten Saisonspiel komplett zusammentreffen.
Allerdings gibt es auch positives zu vermelden. So trainieren nach langer
Abstinenz Michael Geinzer und André Pöhlmann wieder mit und
überdies ist eine Rückkehr von Alexander Kessel – in den
letzten Jahren für München in der Regionalliga auf Torejagd
- zurück zu den Delphinen im Gespräch. Auch einige Regensburger
Spieler – Regensburg hat sich in der letzten Saison vom Spielbetrieb
zurückgezogen – haben Interesse bekundet für die Delphine
zu spielen. Und gegen eben diese Regensburger hat man in der Saisonvorbereitung
einige Freundschaftsspiele vereinbart. Aufgrund der genannten Umstände
ist davon auszugehen, dass den Delphinen in der kommenden Saison ein sehr
großer Kader zur Verfügung steht. In den letzten Wochen hat
sich auch schon eine hohe Trainingsbeteiligung eingestellt, so dass man
voller Zuversicht in die neue Saison geht. In Anbetracht der letzten Spiele
in der vergangenen Saison und der guten Vorbereitung auf die neue Spielzeit
kann man hoffentlich schon bald wieder Siege feiern. Die Chancen stehen
also gut, dass die kommende Saison sich von den vergangenen Jahren unterscheidet.
Stetige Fortschritte in der Jugend
Erstmals wurde im Sommer dieses Jahres der so genannte
Junior-Masters-Cup ausgespielt. Ziel dieses Wettbewerbs ist die Heranführung
junger Spieler an das Niveau der Herrenligen. Gleichzeitig bietet der
Wettbewerb älteren Spielern, welche nicht mehr in den Herrenmannschaften
ihrer Vereine aktiv sind, die Chance doch noch ein paar Spiele zu machen
und den jungen Spielern mit ihrer Erfahrung in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Bei den Delphinen entschloss man sich als einzige Mannschaft fast ausschließlich
mit Jugendspielern an dem Wettbewerb teilzunehmen, da man den jungen Spielern
die dringend benötigte Spielpraxis verschaffen wollte. Die anderen
teilnehmenden Vereine nahmen diesen Wettbewerb jedoch sehr ernst und setzten
daher auch zum Großteil Spieler aus den ersten Herrenmannschaften
ein. Dadurch blieben große Erfolge auf Seiten der Ingolstädter
freilich aus, allerdings verkauften sich die 13 bis 16-Jährigen Jugendlichen
außerordentlich gut gegen die zumeist übermächtigen Gegner.
So belegte man zwar beim Abschlussturnier in der Ingolstädter Ochsenschlacht
nur den letzten Platz, die jungen Spieler machten dabei aber so manchem
alten Hasen der anderen Vereine das Leben schwer. Auf jeden Fall waren
die Spiele für die Jugendlichen eine gute Erfahrung und wer weiß,
vielleicht sorgen die jungen Delphine ja im nächsten Jahr für
die ein oder andere große Überraschung.
Zuvor steht jedoch für eine Vielzahl der Ingolstädter Jugendlichen
am 8. Dezember 2003 ab 13:00 Uhr in der Ochsenschlacht der Eugen-Goss-Pokal
auf dem Programm. Bei dieser Veranstaltung spielen die C-Jugend-Auswahlmannschaften
der Bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Oberpfalz, Schwaben und
Oberbayern einen Pokalwettbewerb aus. Dabei werden die Ingolstädter
Spieler einen Großteil des Kaders der oberbayerischen Mannschaft
stellen. Doch nicht nur in Oberbayern gehören die „kleinen
Delphine“ mittlerweile zu den Leistungsträgern, auch bayernweit
schenkt man ihnen mittlerweile schon große Aufmerksamkeit. So ist
es aus Ingolstädter Sicht besonders erfreulich, dass mit Erich Achziger,
Christian Engelberger sowie Philip Urban gleich drei Jugendliche der Delphine
am diesjährigen Bayerischen Auswahllehrgang der C-Jugend in Oberhaching
teilnehmen durften. Erich Achziger wurde sogar zum nächsten Auswahllehrgang
eingeladen. Diese positive Entwicklung – in den letzten Jahren hatte
man keinen Auswahlspieler mehr in der Jugend – ist die Konsequenz
der guten Trainingsarbeit des drei engagierten Jugendtrainer Günther
Amann, Max Binder und Gerhard Hell. Um die Jugend noch weiter voranzubringen
wurde von Gerhard Hell seit dieser Saison sogar noch eine weitere (freiwillige)
Trainingszeit am Samstag eingeführt. Dort will man die älteren
Jugendspieler langsam an die erste Mannschaft heranführen, bevor
sie in das Herrentraining einsteigen. Daran soll im Laufe der Saison noch
der eine oder andere Jugendspieler teilnehmen, um sich an das Niveau der
ersten Mannschaft heranzutasten.
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