Die Sensation ist geglückt - Delphine in der Aufstiegsrunde

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierten die Wasserballer des SC Delphin Ingolstadt am Sonntag Nachmittag mit dem 13:12(4:3;4:2;2:4;3:3)-Sieg über die WaRa Fürstenfeldbruck und der daraus resultierenden Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd. Das Auswärtsspiel, welches aufgrund der Hallenproblematik in Fürstenfeldbruck im Ingolstädter Hallenbad Südwest stattfand, war an Spannung kaum zu überbieten. Nachdem Fürstenfeldbruck am Samstag in Memmingen verloren hatte waren die Ingolstädter vor diesem letzten und entscheidenden Vorrundenspiel in der besseren Ausgangsposition, da ihnen ein Unentschieden zur Qualifikation für die Aufstiegsrunde gereicht hätte. Da ein Unentschieden beim Wasserball aber in etwa so wahrscheinlich ist wie ein Sechser im Lotto mussten beide Mannschaften von Beginn voll auf Sieg spielen, denn eines war vor dem Spiel klar: Wer das Spiel gewinnt ist sicher in der Aufstiegsrunde. Und die beiden Mannschaften lieferten sich gleich zu Beginn einen offenen Schlagabtausch. Bereits nach 23 gespielten Sekunden musste Johannes Ullrich in höchster Not retten und erhielt dafür eine Strafzeit, die seine Teamkameraden aber unbeschadet überstehen konnten. Dennoch gelang Fürstenfeldbruck das erste Tor in diesem Spiel, in der dritten Spielminute konnte der starke Ingolstädter Schlussmann Matthias Kallok das erste Mal überwunden werden. Nur zehn Sekunden später bekamen die Delphine ein Überzahlspiel zugesprochen, welches Philipp Pirzer zum Ausgleich nutzte. Ein weiteres Überzahlspiel brachte die Wasserratten erneut in Front, im Gegenzug stellte Steffen Apitzsch den erneuten Ausgleich her. In der fünften Spielminute dürften die Delphine erstmals eine Führung bejubeln, als Johannes Ullrich, der wenige Sekunden zuvor noch eine kurze Verletzungspause in Anspruch nehmen musste, mit einem schönen Distanzwurf das 2:3 erzielte. Ein weiteres Unterzahlspiel der Delphine hatte ein erneutes Gegentor zum 3:3-Ausgleich zur Folge. Kurz vor der ersten Pause ließ erneut Philipp Pirzer seine Torjägerqualitäten aufblitzen und vollstreckte in Überzahl zum 3:4. Im zweiten Spielabschnitt forcierten die Delphine das Tempo. Die Gastgeber wussten sich nur durch Fouls zu helfen, von denen eines zu einem 4m-Strafwurf führte. Frank Roelandt verwandelte diesen gewohnt sicher zum 3:5. Etwa eine halbe Minute später konnte der Offensivdrang der Delphine wieder nur durch ein grobes Foul gestoppt werden, im darauf folgende Überzahlspiel stellte Johannes Ullrich das 3:6 her. Doch auch Fürstenfeldbruck blieb stetig gefährlich, in der neunten Minute fiel das 4:6. Doch Jan Chacko stellte nur 20 Sekunden später den alten drei-Tore-Abstand wieder her. Eine gute Minute später verkürzen die Wasserratten auf 5:7, doch auch diesmal konnten die Delphine zurückschlagen. Philipp Pirzer, der treffsicherste Delphin an diesem Abend, erzielte mit einem sehenswerten Treffer nach einem Traumpass von Gerhard Hell das 5:8. Bis zur Pause mussten die Delphine zwar noch ein Unterzahlspiel überstehen, welches aber ohne Auswirkungen auf den Spielstand blieb. Auch der dritte Durchgang begann aus Ingolstädter Sicht nach Plan. Wieder war es Johannes Ullrich mit einem Distanzwurf zum 5:9. Mit diesem klaren Spielstand wähnten sich die Delphine auf der sicheren Seite und gaben das Spiel, welches sie zu diesem Zeitpunkt ganz klar im Griff hatten, völlig unnötig wieder aus der Hand. Das 6:9 in Unterzahl kann noch aufgrund der numerischen Unterlegenheit erklärt werden, den Doppelschlag in der 17./18. Minute zum 8:9 muss man schon als fahrlässig aus Sicht der Delphine bezeichnen. Zu Allem Überfluss bekam Fürstenfeldbruck wenige Sekunden später ein erneutes Überzahlspiel zugesprochen, welches die Wasserratten nach einer Auszeit kaltschnäuzig zum kaum noch für möglich gehaltenen Ausgleich nutzten. Bei den Delphinen machte sich nun Entsetzen breit, sollte man etwa eine so klare Führung noch aus der Hand geben und das entscheidende Spiel am Ende gar noch verlieren? Das 9:10 durch Steffen Apitzsch war die richtige Antwort auf die Aufholjagd der Gastgeber. Es folgten auf beiden Seiten noch Überzahlspiele, die jedoch alle ungenutzt blieben. So ging es also mit dem 9:10 in die letzte Pause. Aber erneut sollte Fürstenfeldbruck zum Ausgleich kommen. Nach 23 Minuten stand es nur noch 10:10 - wieder ein Gegentor in Unterzahl. Spielertrainer Christian Ungar setzte mit dem 10:11 in Überzahl ein Zeichen, dass man im Lager der Delphine weiter voll auf Sieg spielt. Nach dem wiederholten Ausgleich in der 25. Minute begann die nervenaufreibende Schlussphase dieses tollen Wasserballspiels. Zwei Unterzahlsituationen konnten die Delphine unbeschadet überstehen, ehe Steffen Apitzsch das 11:12 erzielte. Das 11:13 durch Philipp Pirzer 19 Sekunden vor dem Schlusspfiff - im Übrigen das 100te Saisontor der Delphine in der Vorrunde - brachte die erlösende Entscheidung. zwar gelang den Gastgebern 7 Sekunden vor der Schlusssirene noch das 12:13, doch der entscheidende Sieg war den Delphinen in diesem Spiel nicht mehr zu nehmen. So war der Jubel auch entsprechend groß, denn zum ersten Mal seit dem Aufstieg in die Oberliga konnten sich die Delphine für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd qualifizieren. Und das mit der gleichen Mannschaft, die in der letzten Saison mit Null Punkten aus der Vorrunde der Punktelieferant Nummer eins der Liga war. In dieser Saison haben die Delphine mit 12:12 Punkten ein ausgeglichenes Punktekonto. Man muss der Mannschaft ein großes Lob zollen, wie sie sich im Laufe der letzten Monate weiterentwickelt hat. Sicher war bei einigen Spielen auch das in der Vergangenheit oftmals fehlende Glück auf Seiten der Delphine, doch vor allem war es die tolle mannschaftliche Geschlossenheit, die die Delphine in dieser Saison so stark gemacht hat. Die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd ist jetzt noch das Sahnehäubchen auf einer grandiosen Saison. Und diese können die Delphine ganz locker und ohne jeglichen Druck angehen, hat man doch schon jetzt viel mehr erreicht als selbst von den kühnsten Optimisten vor der Saison erwartet. Bevor es aber um den Aufstieg geht, spielen die Delphine zuerst noch Anfang Mai in Bayreuth das Bayerische Pokalhalbfinale und hoffen auf eine erneute Sensation...

Es spielten: Kallok, Pirzer P. (4), Ritter, Puscas, Ulrich (3), Roelandt (1), Schmid, Chacko (1), Ungar (1), Apitzsch (3), Stohrer, Hell