| Die Wasserballsaison 2002/2003 in der Oberliga Bayern Delphine überraschen mit Platz vier in der Vorrunde Was lange währt wird endlich gut – nachdem die Wasserballer des SC Delphin die vorletzte Saison 2001/2002 noch mit sage und schreibe Null Punkten aus der Vorrunde abgeschlossen hatten, konnte es in der abgelaufenen Spielzeit eigentlich nur besser werden. Und das wurde es auch, nur dass die Delphine gleich einen derart großen Sprung vom punktlosen Tabellenletzten auf Platz vier der Vorrundentabelle und die damit verbundene Teilnahme an der Aufstiegsrunde schaffen würden, hätte vor der Saison nicht einmal der kühnste Optimist erwartet. Wenngleich sich eine Steigerung schon in den letzten Spielen der Vorsaison angedeutet hatte, als die Delphine nach einer schier endlosen Niederlagenserie am Ende doch noch zu fünf Punkten aus vier Abstiegsrundenspielen kamen. Mit dem Selbstvertrauen aus diesen Spielen und der Gewissheit, doch nicht so schlecht zu sein wie die Tabelle aussagt, wurde bei der Mannschaft eine neue Motivation geweckt. Bereits im letzten Sommer wurde daher, zumeist auf freiwilliger Basis, im Freibad trainiert und an der Kondition für die neue Spielzeit gearbeitet. Mit einer im Vergleich zum Vorjahr fast unveränderten Mannschaft - mit Holger Hendrichs hatte man sogar einen Abgang zu verzeichnen - wurde am 01.12.2002 die neue Saison mit dem Heimspiel gegen den TV Memmingen eingeläutet. Und gleich im ersten Spiel sprang auch schon der erste Sieg heraus, mit 11:8(1:2;3:2;3:1;4:3) wurden die Memminger nach Hause geschickt und somit hatte man nach diesem Spiel schon die Zielvorgabe für die neue Saison – nach Null Punkten im Vorjahr zumindest einen Sieg zu schaffen – erfüllt. Der Schlüssel zum Sieg war die mannschaftliche Geschlossenheit, jeder kämpfte für jeden und jeder ging bis an seine persönliche Schmerzgrenze. Zwischenzeitlich führte man durch Tore von Philipp Pirzer (2), Christian Ritter, Alexander Puscas (2), Johannes Ullrich, André Pöhlmann (2), Spielertrainer Christian Ungar (2) sowie Steffen Apitzsch gar mit 11:5, ehe sich in den Schlussminuten noch einige Unkonzentriertheiten einschlichen, die postwendend mit drei Gegentreffern bestraft wurden. Genauso unkonzentriert ging man in Bayreuth zu Werke, als massenhaft Überzahlsituationen kläglich und teils fahrlässig vergeben wurden. Nach dem ersten Viertel war das Spiel bei einem Stand von 4:0 für Bayreuth schon entschieden, zu unkonzentriert präsentieren sich die Delphine an diesem Samstag. Zwar gelangen den Delphinen noch vier Treffer durch Alexander Puscas (2), Christian Ritter und Philipp Pirzer, das Spiel ging trotzdem verdient mit 10:4(4:0;1:1;3:1;2:2) verloren – wenngleich es bei besserer Chancenverwertung der Gäste durchaus hätte spannender werden können. Keine 16 Stunden später stand ein Heimspiel für die Delphine an, Gegner war die WBG Coburg. Der Angstgegner der letzten Saison wurde knapp aber verdient mit 10:9(3:4;2:4;3:1;2:0) nach Hause geschickt. Den äußerst engen Erfolg hatten die Delphine wieder einmal ihrer extrem schwachen Treffsicherheit zu verdanken. Nachdem man zum Seitenwechsel bereits mit 4:8 zurückgelegen hatte, drehten die Delphine in den beiden verbleibenden Viertel doch noch einmal auf und versenkten auch endlich ihre Chancen zum Endstand von 10:9(3:4;2:4;3:1;2:0). Die Tore für die Delphine erzielten an diesem Abend Philipp Pirzer (3), Alexander Puscas (2), Johannes Ullrich, Uli Schmid, Steffen Apitzsch (2) und den Siegtreffer Frank Roelandt. Nach der Winterpause folgte Mitte Januar das Spiel beim ungeschlagenen Tabellenführer, dem Post SV Nürnberg. Dass dort normalerweise keine Punkte zu holen sind war den Delphinen klar, trotzdem zeigten sie über weite Strecken des Spiels eine ansprechende Leistung und hielten zeitweise sogar sehr gut mit den körperlich überlegenen Gastgebern mit. Am Ende stand ein 13:6(3:2;6:1;2:2;2:1) zu Buche, bis auf das schwache zweite Viertel, als man sich von den Nürnbergern überrollen ließ, stimmten Kampf und Einsatz. Auch an diesem Abend erzielten die „üblichen Verdächtigen“ - Alexander Puscas, Philipp Pirzer sowie Steffen Apitsch – die Treffer, jeweils zwei an der Zahl. Selbstverständlich fanden sich diese drei auch eine Woche später beim Heimspiel gegen Augsburg auf der Trefferliste wieder. Doch diesmal durfte bis auf den starken Torwart Matthias Kallok und Abwehrstrategen Johannes Ullrich jeder Delphin jubeln. Mit Sage und Schreibe 22:8(1:1;8:4;2:2;11:1) wurden die völlig überforderten Augsburger abgeschossen. Für eine zwischenzeitliche Erheiterung sorgte das 7:4-Eigentor von Spielertrainer Christian Ungar. Nach diesem Spiel fanden sich die Delphine sensationell auf Tabellenplatz drei wieder, damit hatte vor der Saison wahrlich niemand kalkuliert. Doch ausgerechnet beim vermeintlich leichten Spiel gegen den Tabellenvorletzten aus Fürstenfeldbruck patzen die Delphine. Mit einem absolut unnötigen 1:6(0:3;0:0;1:1;0:2) verschenkte man wichtige Punkte für den Kampf um Platz vier. Ausschlaggebend für die Niederlage war die nicht vorhandene Offensive der Delphine, mit lediglich einem erzielten Tor kann man im Wasserball einfach keine Spiele gewinnen. Vor allem das intensive Pressing der Gäste machte den Delphinen im Spielaufbau zu schaffen und so kamen sie kaum zu gefährlichen Torszenen, auf der anderen Seite eröffneten sie vor allem in den ersten Minuten durch viele Fehlpässe einige guter Konterchancen für den Gegner. 0:3 hieß es nach gerade einmal drei gespielten Minuten, und von diesem frühen Schock erholten sich die Delphine nicht mehr. In dem von beiden Mannschaften extrem defensiv geführten Spiel dauerte es bis zur 20. Minute, ehe Alexander Puscas das 1:3 erzielen konnte. Allerdings zerstörte das 1:4 lediglich 16 Sekunden später den Traum von der Aufholjagd. Nach dieser Niederlage hatten sich die Delphine für das Auswärtsspiel beim Tabellenschlusslicht in Augsburg besonders viel vorgenommen. Allerdings verhinderte die Grippewelle bei den Delphinen die Anreise in Bestbesetzung, sodass man mit lediglich neun Spielern die Reise antrat. Immerhin gab Jan Chacko nach längerer Verletzungspause sein Comeback. Das Spiel selbst verlief sehr unglücklich für die Delphine, durch ein 11:10(2:1;3:2;3:3;3:4) gingen die Punkte erneut verloren. Besonders ärgerlich für die Delphine war die Tatsache, dass die letzen drei(!)Tore der Augsburger allesamt aus äußerst umstrittenen Strafwürfen resultierten. Hinzu wurde in den letzten 20 Sekunden ein klares Zeitspiel der Augsburger nicht geahndet. Diese Entscheidungen waren zwar sehr ärgerlich und riefen nach Spielende auch einige Diskussionen mit den beiden Schiedsrichtern hervor, letzten Endes handelt es sich jedoch um Tatsachenentscheidungen, die zu respektieren sind. Anfang März gastierte dann mit dem SV Bayreuth der Tabellenzweite und einer der Topfavoriten in der Ochsenschlacht. Das Spiel konnten die Delphine allerdings völlig überraschend aber hoch verdient mit 7:5(1:2;1:1;2:1;3:1) für sich entscheiden. Durch die beiden unnötigen Niederlagen gegen die Kellerkinder der Liga zusätzlich motiviert zeigten die Delphine die wahrscheinlich beste Saisonleistung. Es stimmte einfach alles, in der Defensive stand man sattelfest, Matthias Kallok im Tor zeigte eine Weltklasseleistung und vorne wurden die wichtigen Chancen eiskalt verwertet. Das wirklich hochklassige Spiel stand immer auf des Messers Schneide und wurde erst in den letzten beiden Spielminuten durch einen Doppelpack von Christian Ritter zum 6:4 und 7:4 endgültig entschieden. Zuvor stand das Delphin-Tor unter Dauerbeschuss, der großartige Einsatz aller Spieler sowie der überragende Matthias Kallok im Gehäuse brachten die Gäste um Ex-Ingolstädter Wolfgang Übersetzig jedoch zur Verzweiflung. Die weiteren Treffer für die Delphine erzielten Frank Roelandt (2), Steffen Apitzsch (2) sowie Alexander Pusacs. Durch den Sieg verbesserten sich die Delphine vor dem Aufeinandertreffen mit Klassenprimus Nürnberg auf Platz drei der Tabelle. Dieses Spiel gegen besagte Nürnberger wurde überraschen knapp mit 6:9(2:4;3:3;1:2;0:0) verloren, wobei ein Überraschungssieg durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Knackpunkt war sicherlich der frühe Rückstand, nach knapp 200 Sekunden Spielzeit führten die Gäste schon mit 3:0. Dennoch gaben sich die Delphine nicht auf und fanden alsbald zu ihrem Spiel. Zu Beginn des letzten Viertels schien sich eine Überraschung anzubahnen, als die Dephine den 5:6-Anschlusstreffer durch das zweite Tor von Steffen Apitzsch erzielten. Leider reichte es nicht für die Sensation, trotzdem bestätigten die Delphine einmal mehr, dass sie nicht umsonst auf einem Aufstiegsrundeplatz standen. Die weiteren Tore in diesem Spiel erzielten der starke Jan Chacko (3) sowie Alexander Puscas. Wie eng Freud und Leid beieinander liegen erlebten die Delphine beim nächsten Spiel in Memmingen. Memmingen, seit jeher ein wenig erfolgreiches Auswärtsspiel für die Delphine, führte die Delphine mit einem 19:4(5:0;4:0;4:1;6:3) regelrecht vor und holte die Ingolstädter Mannschaft nach den tollen Leistungen gegen Bayreuth und Nürnberg wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurück. Den schwimmerisch und wurftechnisch klar überlegenen Memmingern ließen die Delphine viel zu viel Raum und so lag man bereits mit 0:12 zurück, ehe Philipp Pirzer mit seinem ersten von insgesamt zwei Toren in der 19.Minute der erste Delphintreffer gelang. Die übrigen Tore zur minimalen Ergebniskosmetik trugen Alexander Puscas und Christian Ritter bei. Nach dieser bitteren Schlappe hatten die Delphine beim darauf folgenden Auswärtsspiel in Coburg natürlich einiges gut zu machen. Schwach und unkonzentriert traten die Delphine in Memmingen auf, in Coburg erlebte man dagegen eine völlig andere Ingolstädter Mannschaft. Mit einem hart umkämpften 5:6(3:2;1:0;1:3;0:1) sicherten sich die Delphine zwei ganz wichtige Punkte für den Einzug in die Meisterrunde der Oberliga. In einem hochdramatischen Spiel machte Alexander Puscas in der letzten Spielminute mit dem 5:6 den Sieg fix. Zuvor trafen Philipp Pirzer, Christian Ritter, Christian Ungar sowie zweimal Rodriguez Stohrer ins Coburger Tor. Trotz des Sieges war Platz vier für die Delphine noch nicht gesichert, da Fürstenfeldbruck gleichzeitig gegen Augsburg gewinnen konnte. So kam es beim letzten Vorrundenspiel am 6.April 2003 zum direkten Duell um Platz vier und die damit verbundene Teilnahme an der Meisterrunde gegen die Wasserratten aus Fürstenfeldbruck. Etwas mulmig war den Delphinen schon vor dem Spiel, hatten die Gäste doch das letzte Aufeinandertreffen noch mit 6:1 klar für sich entscheiden können. Doch diesmal konnten die Ingolstädter die Oberhand behalten und durch den 13:12(4:3;4:2;2:4;3:3)-Sieg und dem damit verbundenen Platz vier in der Tabelle den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern. Das Auswärtsspiel für die Delphine, welches aufgrund der Hallenproblematik in Fürstenfeldbruck im Ingolstädter Hallenbad Südwest stattfand, war an Spannung kaum zu überbieten. Nachdem Fürstenfeldbruck am Vortag in Memmingen verloren hatte waren die Ingolstädter vor diesem letzten und entscheidenden Vorrundenspiel in der besseren Ausgangsposition, da ihnen ein Unentschieden zur Qualifikation für die Aufstiegsrunde gereicht hätte. Da ein Unentschieden beim Wasserball aber in etwa so wahrscheinlich ist wie ein Sechser im Lotto mussten beide Mannschaften von Beginn voll auf Sieg spielen, denn eines war vor dem Spiel klar: Wer das Spiel gewinnt ist sicher in der Aufstiegsrunde. Und die beiden Mannschaften lieferten sich gleich zu Beginn einen offenen Schlagabtausch, der sehenswerte Treffer auf beiden Seiten hervorbrachte. Im Gegensatz zum Hinspiel, als bei beiden Teams die Defensive das Spiel bestimmte, stellten diesmal beide Mannschaften ihre Offensivqualitäten zur Schau. Hierbei zeigten sich die Delphine als die treffsicherere Mannschaft und lagen kurz nach Beginn des dritten Viertels mit 9:5 in Front. Mit diesem klaren Spielstand wähnten sich die Delphine auf der sicheren Seite und gaben das Spiel, welches sie zu diesem Zeitpunkt ganz klar im Griff hatten, völlig unnötig wieder aus der Hand. Bis zur letzten Pause ließ man Fürstenfeldbruck gar noch auf 10:9 herankommen, ehe unmittelbar nach der Spielunterbrechung auch noch das 10:10 folgte. Das Spiel war nun plötzlich wieder völlig offen. Spielertrainer Christian Ungar setze mit einem Gewaltschuss zum 10:11 ein Zeichen, den folgenden Ausgleich konnte Steffen Apitzsch mit dem 11:12 wieder rückgängig machen und Philipp Pirzer gelang schlussendlich mit dem 100. Saisontreffer der Delphine die Entscheidung zum 11:13. Sieben Sekunden vor der Schlusssirene erzielte Fürstenfeldbruck zwar noch den Anschlusstreffer, den Sieg ließen sich die Delphine jedoch nicht mehr nehmen und so kannte die Freude nach dem Abpfiff keine Grenzen mehr. Immerhin qualifizierte man sich durch diesen Sieg zum ersten mal aus eigener Kraft für sie Meisterrunde der Oberliga Bayern, und dass mit der gleichen Mannschaft, die im Vorjahr die Vorrunde noch mit Null Punkten abschloss. Man muss der Mannschaft ein großes Lob zollen, wie sie sich im Laufe der letzten Monate weiterentwickelt hat. Sicher war bei einigen Spielen auch das in der Vergangenheit oftmals fehlende Glück auf Seiten der Delphine, doch vor allem war es die tolle mannschaftliche Geschlossenheit, die die Delphine in dieser Saison so stark gemacht hat. Pokalaus im Halbfinale Nach diesem grandiosen Triumph folgte der harte Ernst im bayerischen Pokal-Halbfinale in Bayreuth. Ohne sechs Stammspieler gingen die Delphine auf die Reise und um nicht in absoluter Minimalbesetzung anzutreten durften die jungen B-Jugendspieler Thomas Back sowie Hermann Kwaka erstmals Pokalluft schnuppern. Dass mit einer derartigen Rumpfmannschaft nicht zu holen sein würde war allen klar, trotzdem zogen sich die Delphine mit dem 15:5(4:0;3:2;6:0;2:3) noch achtbar aus der Affäre. Aufgrund der personellen Umstände war ein Weiterkommen in die nächste Pokalrunde schon vor der Partie utopisch, trotzdem verkauften die Delphine sich noch so teuer wie möglich. In der Anfangsphase konnten die Delphine sogar gut mithalten und hatten gar die erste Chance, die allerdings ungenutzt blieb. Auch die beiden Jugendspieler fügten sich gut in die Mannschaft ein, wenngleich sie nicht zu allzu viel Einsatzzeit erhielten. Puscas (2), Ullrich, Apitzsch und Chacko trafen für die Delphine, bei denen Matthias Kallok im Tor trotz der vielen Gegentore eine starke Partie ablieferte. Meisterrunde nicht von Erfolg gekrönt Nach dem Pokalaus begann für die Delphine die Meisterrunde gegen die Mannschaften aus Nürnberg, Bayreuth und Memmingen. Die im Freibad ausgetragenen Spiele sollten leider keine Überraschungen bereithalten, alle sechs Spiele gingen verloren. Das Auftaktspiel beim späteren Meister Nürnberg endete erwartungsgemäß mit einer Niederlage. Mit 14:4(4:1;4:1;3:0;3:2) ging es auf die Heimreise, allerdings muss man den Delphinen erneut zugute halten, mit lediglich neun sehr jungen Spielern – nur zwei Spieler waren älter als 23 Jahre, mit Thomas Back kam sogar erneut ein B-Jugendspieler zum Einsatz – in den Norden gereist zu sein. Hinzu kamen diverse Orientierungsprobleme auf den Nürnberger Autobahnen, sodass man nach einer zweistündigen Fahrt erst wenige Minuten vor Spielbeginn am Freibad eintraf. Dort angekommen blieb auch kaum noch Vorbereitungszeit, denn das Spiel wurde pünktlich angepfiffen. Die Delphine wirkten ob der niedrigen Wassertemperatur anfangs noch etwas gelähmt und so dauerte es gerade einmal 38 Sekunde bis Matthias Kallok im Tor der Gäste zum ersten Mal hinter sich greifen musste. Und es sollte nicht das letzte an diesem Nachmittag sein. Vor allem in der Offensive gelang bei den Delphinen wenig bis gar nichts, das Fehlen der vielen Stammspieler machte sich deutlich bemerkbar. Pirzer, Ritter, Puscas und Ullrich sorgen wenigsten für vereinzelten Torjubel. Am darauf folgenden Sonntag stand das zweite Spiel der Aufstiegsrunde auf dem Plan. In Nürnberg hatte man sich schon vor vornherein keine Chance ausgerechnet, gegen den Tabellennachbarn aus Memmingen sah man die Situation etwas optimistischer. Und das Spiel begann auch sehr viel versprechend für die Delphine, nach nicht einmal drei Minuten führte man durch Tore von Alexander Puscas und Jan Chacko schon mit 2:0. Die dringend benötigte Ruhe brachte dieser Vorsprung dem Spiel der Delphine nicht, stattdessen ließ man sich von den (für ihre Schwimmstärke bekannten) Memmingern immer wieder auskontern. Trotz einiger guter Paraden von Torwart Matthias Kallok ging es nur mit 2:2 in die erste Pause. Zur Halbzeit lagen die Delphine mit 3:4 zurück, ehe sich das Spiel im dritten Durchgang zu Gunsten der Memminger entschied. Die Gäste gingen überhart zu Werke und verursachten dabei sogar zwei Verletzungen auf Seiten der Ingolstädter. Am Ende hieß es 7:13(2:2;1:2;1:4;3:5) und auch im zweiten Meisterrundenspiel konnten die Delphine somit keine Punkte einfahren. Diese wollten auch im Heimspiel gegen Bayreuth nicht gelingen, mit 7:18(2:3;0:4;1:5;4:6) unterlag man den Gästen doch recht deutlich. Dabei hatte man sich aufgrund des 7:5-Erfolgs in der Vorrunde immerhin eine kleine Siegchance ausgerechnet. Allerdings fanden die Delphine erst im letzten Speilabschnitt einigermaßen zu ihrem Spiel, dies war beim Stand von 3:12 jedoch ohne große Bedeutung für den Ausgang des Spiels. Alles in allem war dies sicherlich ein schwaches Spiel der Delphine, hatten sie doch beim letzten Heimspiel gegen Bayreuth gezeigt, dass man auch vermeintlich stärkere Mannschaften mit gutem Teamgeist und vollem Einsatz schlagen kann. Doch genau diese beiden Tugenden vermisste man an diesem Tag. Dass Einsatz alleine nicht reicht merkten die Delphine dagegen beim Auswärtsspiel in Memmingen. Gerade einmal die Minimalanzahl von sieben Spielern fand sich, um die Reisestrapazen auf sich zu nehmen. Dass damit gegen die schwimmerisch vielleicht stärkste Mannschaft der Liga natürlich kein Blumentopf zu gewinnen war, war von vornherein klar. Trotzdem verkauften sich die Delphine so teuer wie möglich, auch wenn am Ende nicht mehr als ein deprimierendes 15:4(5:1;3:1;2:1;5:1) heraussprang. Am nächsten Tag empfingen die Delphine den Tabellenführer und zu diesem Zeitpunkt schon feststehenden bayerischen Oberliga-Meister. Obwohl es sich um ein Heimspiel handelte standen den Delphinen auch diesmal lediglich neun Spieler zur Verfügung – zum Vergleich: Nürnberg war in Bestbesetzung mit 13 Spielern angereist. Dennoch zeigten die Delphine eine ansprechende Leistung und verloren nur mit 8:12(1:2;0:3;2:4;5:3). In Bayreuth fand die trotz der punktlosen Meisterrunde sehr erfolgreiche Saison der Delphine ihren Abschluss. Zwar konnte man auch in diesem letzten Spiel keine Punkte mit nach Hause nehmen, allerdings hatte das auch niemand wirklich erwartet. Wieder einmal war die Personaldecke sehr dünn besetzt, wieder einmal fanden sich nur neun Spieler und wieder einmal mussten mit Günther Mayer und Hermann Kwaka zwei Jugendspieler aushelfen. Der kleine Kader schlug sich natürlich auf das Ergebnis nieder, mit 18:5(5:0;4:2;6:0;3:1) wurden die Delphine in die Schranken verwiesen. Erschwerend kam hinzu, dass sich sowohl Alexander Puscas nach 17 Minuten als auch Johannes Ullrich in der 26. Minute einen Spielausschluss einhandelten. Dadurch bedingt kamen die beiden Jugendspieler vor allem gegen Ende des Spiels zu viel Einsatzzeit, sie machten ihre Sache aber sehr gut, Hermann Kwaka gelang in der vorletzten Spielminute gar sein erstes Oberligator. Zuversicht für die kommende Saison Was bleibt im Rückblick auf die Saison zu sagen? Nun, zunächst einmal natürlich die überraschend starke Vorrunde mit Platz vier und die damit erreichte Qualifikation an der Meisterrunde. Die Delphine haben ganz klar gezeigt, dass die Zeiten als „Punktelieferant“ vorbei sind und haben sich in der Oberliga etabliert. Damir dies aber auch so bleibt benötigt man allerdings einen großen Kader. Und genau daran scheiterte es in der Meisterrunde. Stets mussten die Delphine in Minimalbesetzung antreten und hatten damit keine Chance Punkte zu holen. Eine bedenkliche Entwicklung, vor deren Hintergrund Spielertrainer Christian Ungar in der Sommerpause ernste Zweifel aufkamen, ob sich die prekäre personelle Situation zum neuen Saisonbeginn wieder verbessern würde. Verstärkt wurde die Sorge durch die Abgänge diverser Leistungsträger (siehe „Wer kommt, wer geht?“). Doch die Sorgen scheinen unbegründet, da neben den talentierten Nachwuchsspielern, die in der abgelaufenen Spielzeit schon zu ihren ersten überzeugenden Einsätzen kamen, eine Reihe von Neuzugängen die Delphine (zumindest für eine Saison) unterstützen wird. Zusätzlichen Optimismus verbreiten die „neuen alten“ Trainingteilnehmer Daniel Pfaff und Michael Geinzer, die in den letzten Jahren eine kleine Pause eingelegt hatten aber seit dem Trainingsauftakt in der Ochsenschlacht wieder regelmäßig erscheinen. Alles in allem ist die personelle Situation der Oberligamannschaft also bei weitem besser als noch im Sommer befürchtet. Das erste Mal beweisen darf sich die Mannschaft am 8.November in der ersten Runde des Süddeutschen Pokals gegen den rheinland-pfälzischen Oberligisten SSV Trier. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist der Lohn für die erfolgreiche Vorsaison. Bei ihrer letzten und bisher einzigen Teilnahme am SSV-Pokal scheiterten die Delphine vor vier Jahren in der ersten Runde noch an Pforzheim. Aber vielleicht gelingt der Mannschaft ja gleich zu Beginn der neuen Spielzeit wie schon im Vorjahr ein Überraschungssieg im ersten Pflichtspiel. Die Oberliga beginnt zwei Wochen später und bringt für die Delphine ein schweres Auftaktprogramm, da sechs der ersten sieben Spiele auswärts bestritten werden müssen. Dennoch hofft man im Lager der Delphine auf eine ähnlich erfolgreiche Saison wie die letzte.
Wer kommt, wer geht? Zur neuen Saison haben die Delphine einige Abgänge zu verzeichnen. So verlässt der langjährige Stammtorwart Florian Pirzer aufgrund seines Studiums den Verein in Richtung Mannheim. Auch Rodriguez Stohrer wechselt aus beruflichen Gründen nach Saarbrücken und wird den Delphinen ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen. Daneben wird Gerhard Hell in Kaiserslautern studieren und trainieren, aber trotzdem so oft wie möglich für die Delphine spielen. Die Delphine haben auf die Probleme reagiert und mit Markus Drechsler und Ralf Stanewsky zwei Spieler aus Regensburg für eine Teilnahme am Spielbetrieb gewinnen können. Ebenfalls neu im Kader stehen Dominic Vömel (letzte Saison SC Solingen/Oberliga West) sowie Christopher Grundhuber (Darmstadt). Auch Holger Hendrichs steht nach einem Jahr Auslandsstudium wieder zur Verfügung. Daneben werden natürlich auch die viel versprechenden Jugendspieler Thomas Back, Günther Mayer sowie Hermann Kwaka zu weiteren Einsätzen in der Oberliga kommen.
Zur Lage des bayerischen Wasserballs Als die Wasserballer des SC Delphin Ingolstadt Mitte der 90er Jahre um den Aufstieg in die bayerische Oberliga kämpften, schien die Wasserballwelt noch in Ordnung. Neben einer acht Mannschaften umfassenden Oberliga duellierten sich ebenso viele Vereine eine Liga darunter. Doch seitdem hat sich einiges verändert. Jahr für Jahr verloren die beiden Ligen Vereine wie beispielsweise Passau, Rehau, Regensburg oder Forchheim, welche sich zumeist aufgrund mangelnder Spielerzahl vom Spielbetrieb zurückzogen. Die Gründe sind vielschichtig, hauptsächlich aber fehlte es den besagten Vereinen an Nachwuchs. Eine ganz klare Folge mangelnder Jugendarbeit in den Jahren zuvor. In der besagten Periode betrieben nur Memmingen, Coburg, Ingolstadt, Nürnberg, Weiden sowie Würzburg eine vernünftige Jugendarbeit mit an den Jugendligen teilnehmenden Mannschaften. Und so wundert es kaum, dass genau diese Vereine das „große Aussterben“ der letzten Jahre überlebt haben. Nichtsdestotrotz sieht es auch weiterhin nicht rosig aus für die letzte verbleibende bayerische Liga. In der Saison 2000/2001 zogen sich beispielsweise sowohl Augsburg als auch Memmingen während der Saison vom Spielbetrieb zurück, so dass die Liga kurzzeitig auf nur mehr vier Mannschaften geschrumpft war. Diese dramatische Lage hat sich zwar wieder etwas entspannt, trotzdem finden sich in dieser Saison lediglich sieben Mannschaften, um den bayerischen Oberligameister auszuspielen. Um das Wasserball in Bayern wieder zu beleben wurde vor zwei Jahren mit dem Junior-Masters-Cup vom Verband ein Wettbewerb geschaffen, der es möglichst vielen bayerischen Mannschaften ermöglichen soll, zumindest ein paar wenige Spiele pro Saison auszutragen und dabei den wenigen verbliebenen Jugendlichen Spielpraxis zu verschaffen. Dieses Konzept hat sich mittlerweile bewährt, kann man dem Nachwuchs auf diesem Wege doch immerhin etwas Wettkampfpraxis neben den Trainingsspielen bieten. Denn worauf es in den nächsten Jahren ankommt, wenn man den Wasserballsport in Bayern nicht vollends sterben lassen will, ist eine breite Basis an Jugendlichen für diesen interessanten Sport zu begeistern. Denn eines ist klar: Ohne Jugend wird es bald auch keine ersten Mannschaften mehr in den Vereinen geben. Aus diesem Grunde auch ein Appell an alle Schwimmer ab 10 Jahren, die das „Kachelzählen“ leid sind: Schaut einfach mal beim Wasserball vorbei, wir bieten euch einen interessanten Teamsport, gute Kameradschaft und viel Spaß!
Junior-Masters-Cup Bayern 2003 Auch in der abgelaufenen Saison nahmen die Wasserballer des SC Delphin Ingolstadt wieder mit einer Mannschaft am Junior-Masters-Cup teil. Dieser Wettbewerb war vor zwei Jahren vom bayerischen Schwimmverband ins Leben gerufen worden, um für Vereine einen Wettbewerb zu schaffen, welche nur wenige Jugendspieler und eventuell keine erste Mannschaft mehr haben. Die Grundvoraussetzung zur Teilnahme sind also Jugendspieler, ergänzt werden die Mannschaften idealerweise von erfahrenen Spielern älteren Semesters, denen der Ligaalltag zu anstrengend geworden ist. Nachdem der Wettbewerb in der ersten Saison nur aus losen Turnieren bestand wurde in der vergangenen Saison ein neuer Modus eingeführt. In vier Qualifikationsturnieren, welche alle im Freibad stattfanden, wurden die Paarungen für das Finalturnier in der Ingolstädter Ochsenschlacht ermittelt. Folgende Mannschaften nahmen am Wettbewerb teil: 1.FC Nürnberg, SV Augsburg, SV München 99, WB Coburg, SV Passau sowie SC Delphin Ingolstadt. Die Qualifikationsturniere wurden in Augsburg, Passau, Nürnberg sowie erneut in Augsburg ausgetragen. Insgesamt hatte jede Mannschaft zehn Spiele zu bestreiten, sprich gegen jeden Gegner zwei Spiele. Da die Qualifikationsturniere wie schon erwähnt in den Freibädern ausgetragen wurden, waren die Übernachtungen bei den zweitägigen Turnieren in Zelten auf dem jeweiligen Freibadgelände möglich. Dies förderte vor allem die Kameradschaft und den Mannschaftsgeist und so waren die Turniere trotz des sechsten und damit letzten Tabellenplatzes für die Delphine für alle Beteiligten Spieler eine schöne Erfahrung. Vor allem für die teilnehmenden Jugendspieler zahlte sich die Spielpraxis aus. Neben Thomas Back, Günther Mayer und Hermann Kwaka, welche in der vergangenen Saison alle schon zu ersten Einsätzen in der Oberliga kamen, zeigten auch Erich Achziger, Phlilipp Urban, Peter Engelberger und der erst 13-jährige Nachwuchstorwart Markus Huber, dass noch eine Reihe weiterer viel versprechender Talente bei den Delphinen heranreifen. Die genannten Jugendspieler bildeten das Grundgerüst der Ingolstädter Mannschaft, welche daher auch ganz klar das niedrigste Durchschnittsalter aller teilnehmenden Mannschaften aufwies. Ergänzt wurde die Mannschaft von Spielern der ersten Mannschaft. Und diese waren auch nötig, um teilweise vier Spiele an einem Tag zu bestreiten. Zum Turnier nach Passau konnten die Delphine – wie auch drei weitere Mannschaften - allerdings nicht antreten, da sich für diesen Termin nicht genügend Spieler fanden. Beim Finalturnier in der heimischen Ochsenschlacht konnte dann immerhin noch Platz fünf erkämpft werden. Turniersieger wurde etwas überraschend nicht Nürnberg, sondern die Mannschaft des SV Augsburg. Diese bestand auch hauptsächlich aus Jugendspielern, welche aber alle schon etwas älter waren als die Ingolstädter Truppe. Der Wettbewerb kann also als Erfolg für den bayerischen Wasserballnachwuchs gesehen werden. Doch leider gibt es auch schlechte Nachrichten aus dem Jugendbereich. So ist Günther Amann als Jugendtrainer zurückgetreten, seine Aufgaben wird vorerst Christian Ungar, Spielertrainer der Herrenmannschaft, übernehmen. Unterstützung wird er von Max Binder erhalten, der bisher zusammen mit Gerhard Hell das Jugendtraining am Donnerstag leitete. Auch Gerhard Hell steht aufgrund seines Studiums in Kaiserslautern nicht mehr als Jugendtrainer in Ingolstadt zur Verfügung. Tabelle nach vier Qualifikationsturnieren
Endstand nach Play-Off’s beim Finalturnier in Ingolstadt
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