Die Wasserballsaison 2003/2004 in der Oberliga Bayern

Unglücklicher Saisonauftakt

Nach dem sensationellen Platz vier und der damit verbundenen Teilnahme an der Meisterrunde der Saison 2002/2003 wollten die Wasserballer dieses Kunststück in der vergangenen Spielzeit natürlich wiederholen. Doch leider hat es, trotz einiger guten Leistungen, am Ende nicht ganz gereicht. Als fünftplatzierter verpasste man die Meisterrunde und die eigentlich folgende Abstiegsrunde wurde aufgrund akuten Spielermangels bei allen drei teilnehmenden Mannschaften komplett abgesagt. Doch nun der Reihe nach. Aufgrund des Erreichens des BSV-Pokal-Halbfinales in der vorangegangenen Spielzeit sicherten sich die Delphine – nach fünfjähriger Abstinenz - die Teilnahme am SSV-Pokal. In der ersten Runde dieses Wettbewerbs stand am 08.November 2003 ein Auswärtsspiel beim den SSV Trier auf dem Programm. Gegen den südwestdeutschen Pokalsieger mussten sich die Delphine letzten Endes mit 6:4(3:1;1:1;1:0;1:2) geschlagen geben, dennoch boten sie trotz des Ausfalls von fünf Stammspielern und der insgesamt zwölfstündigen Reise eine ansprechende Leistung. Auch die beiden 16-Jährigen Hermann Kwaka und Günther Mayer, die bereits in der Vorsaison zu einigen Einsätzen in der ersten Mannschaft kamen, dürften sich erneut beweisen. Das Spiel fand auf einem extrem kleinen Spielfeld statt (nur 4 statt 6 Bahnen breit) und war daher sehr defensiv geprägt. Der Platzmangel machte den Delphinen vor allem in Überzahl zu schaffen, hatte man doch kaum Gelegenheit die numerische Überlegenheit sinnvoll auszuspielen. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Minute mit dem 6:3 für Trier, und so mussten die Delphine – wie schon vor fünf Jahren in Pforzheim – in der ersten runde ihre Segel im süddeutschen Pokal streichen. Dennoch blieb die Erkenntnis, dass die Mannschaft schon gut in Form ist für die bevorstehende Oberligasaison. Den Saisonauftakt bestritten die Delphine exakt zwei Wochen später beim TV Memmingen. Das hochklassige und jederzeit offene Spiel gegen den „Erzfeind“ endete 14:10(3:1;2:3;5:3;4:3) für die Gastgeber. Wie schon gegen Trier offenbarten sich auch in diesem Spiel wieder eklatante Schwächen im Überzahlspiel, ohne die ein Auftaktsieg durchaus im Bereich des Möglichen gelegen wäre. Auch im folgenden Auswärtsspiel gegen Fürstenfeldbruck hatten die Delphine wieder das Nachsehen. Mit 10:6 mussten sich die Delphine beim Vorjahres-Fünften geschlagen geben, boten jedoch eine ansprechende Leistung. Eine Woche später stand endlich das erste Heimspiel der Saison auf dem Programm, doch irgendwie vermochten es die Delphine auch diesmal nicht, die ersten Punkte einzufahren. Das Endergebnis von 11:13(5:5;3:2;1:5;2:1) spiegelt das knappe Spiel deutlich wider. Die Delphine bestimmten eines Großteil der Spielzeit das Geschehen, lediglich im dritten Viertel nahmen sie sich eine „Auszeit“, welche sie letzten Endes der so ersehnten ersten Punkte beraubte. Es folgte die Winterpause über den Jahreswechsel und am 24. Januar stand ein erneutes Auswärtsspiel beim Angstgegner Bayreuth auf dem Plan. Der SV Bayreuth – eine der dominierenden Mannschaften der letzten Saison – zeigte den dezimierten Delphinen durch ein 15:4(3:2:3:1;5:1;4:0) deutlich die Grenzen auf. In diesem Spiel feierte der aus Regensburg „abgeworbene“ Markus Drechsler seinen Einstand bei den Delphinen. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Delphine nach dem zwischenzeitlichen 7:4 noch völlig einbrachen. Doch es sollte noch schlimmer werden. Allen Vorsätzen zum Trotz kam man auch in Coburg durch ein blamables 14:5(4:1;0:1;5:0;5:3) unter die Räder. Wie schon im Spiel gegen Bayreuth spielten die Delphine auch diesmal zu beginn gut mit. Wie man sich jedoch nach 4:2 nach zwei Vierteln am Ende mit 15:4 abschießen lassen kann konnte nach diesem Spiel niemand erklären. Nun stand die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand. Vergessen schienen die tollen Mannschaftsleistungen im Jahr zuvor, auf einmal war man wieder Punktelieferant. Zwei Wochen blieben Spielertrainer Christian Ungar, um die Mannschaft auf das Kellerduell gegen Augsburg einzustellen. Mit Erfolg, wie sich zeigte. Im zweiten Heimspiel konnte endlich der überfällige erste Saisonsieg eingefahren werden. Mit 9:6(0:1;2:2;3:0;4:3) behielt man gegen die junge Gästemannschaft die Oberhand und tankte wieder etwas Selbstvertrauen.

Pokalaus im Viertelfinale

Drei Wochen konnten die Delphine diesen Sieg feiern, ehe das nächste Spiel auf dem Programm stand. Diesmal ging es im Viertelfinale des bayerischen Pokals gegen Fürstenfeldbruck. Das Spiel gegen das dominierende Team der Oberliga fand in Ebersberg statt, da den Bruckern momentan kein eigenes Hallenbad zur Verfügung steht. Die Delphine waren zwar als krasse Außenseiter angereist, aber insgeheim hoffte man, auch aufgrund der guten Leistung im ersten Aufeinandertreffen in der Liga, auf eine kleine Sensation. Doch daruas wurde leider nichts, am Ende zog Fürstenfeldbruck durch ein 13:9(3:1;3:1;4:5;3:2) in das Halbfinale ein und für die Delphine war damit auch der zweite Pokalwettbewerb frühzeitig beendet.

Die Aufholjagd beginnt

Nachdem die Delphine bis zu diesem Zeitpunkt in sieben der acht Pflichtspiele in fremden Bädern angetreten waren, folgten nun vier Heimspiele in Folge. Und der Heimvorteil machte sich deutlich bemerkbar. Zunächst empfingen die Delphine den TV Memmingen. Nach dem knappen Ausgang im Hinspiel erhofften sich die Gastgeber nach dem Sieg in Augsburg weitere Punkte in der Liga. Das Spiel war erneut sehr ausgeglichen und an Spannung kaum zu überbieten. Anfang des zweiten Viertels führten die Delphine schon mit 5:2 und der Sieg schien nur eine Frage der (verbleibenden Spiel-)Zeit zu sein. Doch diese vermeintliche Siegessicherheit brach den Delphinen das Genick. Binnen sechs Minuten stellten die Gäste den Spielstand auf den Kopf und so ging es mit einem 5:8-Rükstand in die zweite Pause. Nachdem die Memminger Tore allesamt mit dem gleichen Schema erzielt wurden, musste sich die Mannschaft eine kleine Standpauke von Spielertrainer Christian Ungar anhören. Und dieses Mittel schien gewirkt zu haben. Ab dem dritten Durchgang präsentierten sich die Delphine wie verwandelt und kämpften um jeden Ball. Der Lohn für den unermüdlichen Einsatz war der zwischenzeitliche Ausgleich zum 10:10. Von da an folgte der Spielstand immer dem gleichen Schema: Ingolstadt schaffte den Ausgleich, Memmingen legte wieder ein Tor vor, Ingolstadt schaffte den Ausgleich,… Kurz vor Ende der Partie nahm Ingolstadt beim Spielstand von 13:14 noch eine Auszeit, um wenigstens einen Punkt zu sichern, doch leider reichte es nicht mehr für die Delphine. Am darauf folgenden Tag war der SV Augsburg zu Gast in der Ochsenschlacht. Und diesmal reichte es für die Delphine – wie schon im Hinspiel – zu einem weiteren Sieg. Mit 6:5(3:1;1:0;2:1;0:3) wurden die Augsburger besiegt, wenngleich das Ergebnis eigentlich hätte deutlich höher ausfallen müssen – doch die mangelhafte Chancenverwertung und das Schiedsrichtergespann hatten etwas dagegen. Nun hatten die Delphine trotz der Niederlage gegen Memmingen wieder eine (theoretische) Chance auf die Aufstiegsrunde. Dazu musste aber die WBG Coburg geschlagen werden, die am 21.März in Ingolstadt gastierte. Und das gelang den Delphinen auf eindrucksvolle Weise. Mit einem 17:9(3:4;4:1;2:3;8:1) konnte man die Gäste nach Hause schicken. Trotz eines frühen 0:2-Rücktandes ließen sich die Delphine nicht beirren und kämpften sich eindrucksvoll ins Spiel zurück, sodass am Ende der mehr als verdiente Sieg verbucht werden konnte. Angesichts dieser grandiosen Leistung hoffte man im Lager der Delphine insgeheim, dass eine Woche später im dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison endlich die ersten Punkte gegen Fürstenfeldbruck gewonnen werden können.

Am Ende „nur“ Platz 5

Doch das spätere Meisterteam ließ den Delphinen keine Chance und so endete das Spiel mit 3:10(2:1;0:3;1:3;0:3). Mit dieser Niederlage war die Qualifikation für die Meisterrunde zwar in weite Ferne gerückt, trotzdem galt es am folgenden Wochenende sich gegen den Tabellendritten aus Nürnberg und den Tabellenzweiten aus Bayreuth so teuer wie möglich zu verkaufen. Und das schafften die Delphine auch. Obwohl man in Nürnberg (wie gewohnt) mit 15:9(5:2;3:2;4:1;3:4) verlor bot die Ingolstädter Mannschaft doch streckenweise eine starke Leistung und konnte immerhin das letzte Viertel für sich entscheiden. Tags drauf war der SV Bayreuth zum Saisonabschluss zu Gast. Und in diesem letzten Spiel wollten es die Delphine noch mal wissen und gewannen überraschend, aber verdient mit 10:8(3:1;0:3;4:3;3:1) gegen den Vizemeister. Somit hatten die Delphine nach Abschluss der Vorrunde 8:16 Punkte auf ihrem Konto, was nicht zur Teilnahme an der Meisterrunde reichte. Dennoch können die Delphine mit Platz 5, vor allem auch angesichts der starken Leistungen in der zweiten Saisonhälfte, durchaus zufrieden sein.

Absage der Abstiegsrunde

Das Verpassen der Meisterrunde bedeutet gleichzeitig die Teilnahme an der Abstiegsrunde. Zusammen mit den Teams aus Coburg sowie Augsburg hätte normalerweise eine Doppelrunde gespielt werden sollen. Doch weder Ingolstadt, noch Coburg oder Augsburg standen in den Sommermonaten genügend Spieler zur Verfügung, um die Durchführung der Runde zu gewährleisten. So entschloss man sich, die Abstiegsrunde komplett abzusagen. Das war sicherlich eine für alle schmerzhafte Entscheidung, sind es doch gerade die Ligaspiele die das Wasserball in den wenigen verbleibenden Spielstädten noch am Leben halten. Nichtsdestotrotz hätte eine Runde mit Mannschaften, die - wenn überhaupt - nur in Minimalbesetzung antreten können aus sportlicher Sicht keinen Sinn gemacht. Gleiches galt aus Ingolstädter Sicht für den Junior-Masters-Cup (JMC). Die Entscheidung gegen die Teilnahme an diesem in den letzten beiden Jahren etablierten Wettbewerb war besonders aus Sicht der Jugendspieler sehr schade, da dies der für sie einzige echte Wettkampf gewesen wäre. Dennoch ist die Entscheidung nachvollziehbar, denn wie die letzte Saison im JMC gezeigt hat ist es ohne einige erfahrene (Oberliga-)Spieler nicht möglich eine andere Rolle als die des Punktelieferanten zu spielen.

Was bringt die Zukunft?

Die Oberliga verliert zur kommenden Saison mit dem TV Memmingen eine weitere Mannschaft. Somit reduziert sich das Teilnehmerfeld der Oberliga Bayern auf nur noch sechs Mannschaften – Ingolstadt, Bayreuth, Nürnberg, Fürstenfeldbruck, Augsburg und Coburg. Auch wenn dadurch die Chancen der Delphine auf das Erreichen der Meisterrunde größer werden, so ist diese Entwicklung alles andere als positiv für das bayerische Wasserball zu sehen. Es bleibt zu hoffen, dass sich in den kommenden Jahren keine weiteren Mannschaften vom Spielbetrieb zurückziehen und dass eventuell eines der momentan nicht an der Oberliga beteiligten Teams den Sprung zurück ins Wettkampfgeschehen wagt.

Wer kommt, wer geht?

Zur neuen Saison haben die Delphine einige Abgänge zu verzeichnen. So verlässt der langjährige Spieler Christian Ritter aufgrund seines Studiums den Verein in Richtung USA, genau so verlässt der ehemalige Jugendtrainer Gerhard Hell aufgrund seines Studiums den Verein in Richtung Kaiserslautern. Auch die drei Jugendlichen, Thomas Back, Erich Achziger und Hermann Kwacka, die letztes Jahr noch als große Talente angepriesenen wurden stehen der Mannschaft aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr zur Verfügung. Der Regensburger Markus Drechsler hat sich mittlerweile in der Mannschaft sehr gut eingelebt, sein ehemaliger Mannschaftskollege Ralf Stanewsky hingegen konnte verletzungsbedingt kein einziges Spiel für die Delphine bestreiten. Leider müssen die Delphine auch auf den verletzten Christopher Grundhuber (Schulterverletzung) verzichten. Auch Holger Hendrichs wird erst wieder Mitte März zur Mannschaft stoßen, derzeit absolviert er ein Praktikum in Zürich. Auch Rodriguez Stohrer wird kommende Saison der Mannschaft wieder zur Verfügung stehen und mit Neuzugang Felix Blan konnte die erste Mannschaft zusätzlich verstärkt werden. Daneben werden natürlich auch die viel versprechenden Jugendspieler Günther Mayer und Markus Huber zu weiteren Einsätzen in der Oberliga kommen.

Stetiger „Rückschritt“ in der Jugend

Gleich zu beginn des Jahres fuhren eine Handvoll Jugendliche darunter Crasser Fabian, Rossner Sebastian, Königer Marco und Franz Ferdinand zum Auswahllehrgang nach Weiden. Ziel war es eine schlagkräftige Mannschaft für den diesjährigen Eugen-Goss-Pokal zusammenzustellen. Bei dieser Veranstaltung spielen die C-Jugend-Auswahlmannschaften der Bayerischen Regierungsbezirke Unterfranken, Oberpfalz, Schwaben und Oberbayern einen Pokalwettbewerb aus. Doch aufgrund der Nachwuchsschwierigkeiten mit der einige Bayrische Vereine zu kämpfen haben konnte keine Mannschaft aufgestellt werden. Letztes Jahr noch stellte der SC Delphin den grossteil des Kaders. Nun bleibt für die wenigen Jugendspieler nur noch das heimische Training um Spielpraxis zu sammeln.

Auch der in den letzten beiden Jahren so erfolgreiche Junior-Master-Cup (JMC) wurde von der Ingolstädter Jugend nicht genutzt. Ziel dieses Wettbewerbs ist die Heranführung junger Spieler an das Niveau der Herrenligen. Gleichzeitig bietet der Wettbewerb älteren Spielern, welche nicht mehr in den Herrenmannschaften ihrer Vereine aktiv sind, die Chance doch noch ein paar Spiele zu machen und den jungen Spielern mit ihrer Erfahrung in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Durch den Weggang der drei Jugendspieler Achziger Erich, Back Thomas und Kwacka Hermann wurde die Ingolstädter Mannschaft erheblich geschwächt und konnte somit die Turnierbedingungen von mindestens vier Jugendliche pro Mannschaft nicht erfüllen.

Doch neben den aus Bayrischer Sicht negativen Entwicklungen im Wasserball gibt es in Ingolstadt wieder etwas Positives zu Berichten. Dieses Jahr haben mit Philipp Urban, Philipp Rutsch und Markus Huber gleich drei Jugendliche das Trainingsbecken der Jugend verlassen und werden in Zukunft mit der ersten Mannschaft mittrainieren. Torwart Markus Huber hatte schon bei dem Turnier in Mannheim erstklassige arbeit geleistet und war somit ein starker Rückhalt für die Mannschaft. Den Pokal des besten Torwarts, der beim Turnier von den Trainern der jeweiligen Mannschaften vergeben wird, hat er nur um eine Stimme verpasst.

Die Vorbereitung auf die Saison 2004/2005

Quasi mit dem Ende der Saison 2003/2004 begann man bei den Delphinen mit den Vorbereitungen auf die neue Spielzeit. Während der Sommerferien wurde zwei- bis dreimal pro Woche im Freibad trainiert. Es ist zu hoffen dass man durch dieses intensive Sommertraining die Schwimmstärke der abgelaufenen Saison in die neue Saison übertragen werden kann. Mitten in die Sommerferien fiel auch das mittlerweile schon traditionelle internationale Turnier im Mannheimer Stollenwörther Weiher mit Mannschaften aus England und den Niederlande, bei dem die Delphine einen guten sechsten Platz belegten.

Der erst 14jährige Torwart Markus Huber, Philipp Pirzer, Alexander Puscas, Rodriguez Stohrer, Gerhard Hell, Neuzugang Felix Blan, Dominik Vömel, Oldie André Phölmann und Christian Ungar machten sich auf die lange Reise nach Mannheim. In der Gruppe A trafen die Delphine auf WPC Bedford (Großbritannien), SV Poseidon Hamburg sowie SG Mannheim II. Nach der Vorrunde belegten die Ingolstädter Rang drei, das Platzierungsspiel um Platz fünf gegen den SV Rotterdam konnte wir leider nicht zu unseren Gunsten entscheiden.

Die Einladung zum zweiten traditionellen Turnier in Borghorst mussten die Delphine dieses Jahr leider absagen, da es genau während der Haupturlaubszeit stattfand und den Delphinen deshalb nicht genügend Spieler zu Verfügung standen. Im nächsten Jahr möchte man jedoch wieder an dem sehr gut organisierten Turnier teilnehmen. Weiterhin wollen die Ingolstädter Wasserballer an einem weiteren Turnier in Kaiserslautern teilnehmen.

In Anbetracht der letzten Spiele in der vergangenen Saison und der guten Vorbereitung auf die neue Spielzeit kann man hoffentlich schon bald wieder Siege feiern. Die Chancen stehen also gut, dass die kommende Saison sich von den vergangenen Jahren unterscheidet.

 

Interview mit Spielertrainer Christian Ungar

Seit wann bist Du Übungsleiter und für welche Gruppen?

Ich hab mit siebzehn, das war 1989, als Co-Trainer bei der LG 2 angefangen, Ivan Rehak hab ich dabei unterstützt. Gleichzeitig hab ich als Jugendtrainer bei den Wasserballern zusammen mit Alexander Kessel und Johannes Pfaff angefangen. Damals hatten wir alle die eigene Altersgruppe, Alexander Kessel hat die c- Jugend betreut, Johannes Pfaff war unser Torwarttrainer und ich hab mich um die B-Jugend gekümmert. Bei der Menge von Spielern war das schon notwendig. Zeitweise haben sich sogar dreißig jugendliche auf vier Bahnen bewegt.

Was ist aus den dreißig Jugendlichen geworden?

Das ist leicht zu erklären: Viele hören, weil sie keine Erfolge sehen, viel zu früh auf dabei ist Wasserball eine Sportart bei der sich der Erfolg erst etwas später einstellt. Andere spielen sehr erfolgreich in anderen Städten, zum Teil sogar in unserer Liga, da könnte ich Dir ne ganze Liste von Namen nennen. Und einige sind für eine Mannschaftssportart nicht so gut geeignet.

Ich spreche das nur ungern an, aber die Wasserballer sind ja nicht gerade die erfolgreichste Abteilung bei uns. War das mal anders?

Die Ingolstädter Wasserballabteilung ist eine der Erfolgreichsten in Bayern. Man darf eine Sportart, Randsportart wie Wasserball nicht nur nach den eingefahrenen Siegen oder dem Tabellenstand beurteilen, sondern auch nach der Jugendarbeit die im Verein betrieben wird. Die Wasserballer aus Ingolstadt spielen in der Oberliga, die sich mittlerweile nur noch aus sechs Mannschaften zusammensetzt, Nürnberg, Fürstenfeldbruck, Bayreuth, Augsburg, Coburg und Ingolstadt und dabei leisten die ersten drei genannten keine Jugendarbeit! Die zehren nur noch von ihren „alten“ Herren oder von der Jugendarbeit die in anderen Vereinen wie Z.B Ingolstadt geleistet wird. Ein zusammenbrechen der Mannschaft ist dabei nur noch eine Frage der Zeit, siehe Memmingen. Eine sehr Erfolgreiche Mannschaft und langjähriger Punktelieferant für unsere Wasserballer hat diese Saison die Mannschaft nicht mehr gemeldet! Genau so wie die vielen anderen Mannschaften die in den letzten zehn Jahren nicht mehr gemeldet haben bis sich eine ganze Liga, die Verbandsliga, aufgelöst hat!!! Das muss man sich nur mal vorstellen wie viel Wasserball früher in Bayern gespielt wurde. Es waren früher allein bei den Herren drei Bayrische Ligen, und natürlich noch sämtliche Jugendligen. Mittlerweile gibt es nur noch eine Herrenliga, die Oberliga und die Jugend B besteht nur noch aus drei Mannschaften. Weiden, Würzburg und Augsburg. In Ingolstadt haben wir schon seit einigen Jahren keine aktive Jugend Mannschaft die am Ligabetrieb teilnimmt. Das kommt davon, dass man zum Beispiel für eine Jugend B Mannschaft mindesten 10 Spieler aus drei Jahrgängen braucht. Und das ist momentan nicht zu realisieren. Das heißt nicht das in Ingolstadt keine Jugendarbeit betrieben wird, sonder nur das wir bei weitem nicht genügend Nachwuchs haben um eine Jugendmannschaft zu melden.

Wie beurteilst Du die Erfolgsaussichten der verschiedenen Wasserball-Gruppen des SCDI (Jugend, Erwachsene...)?

Momentan nicht so rosig. Wie schon eben erwähnt befinden sich einfach zu wenige gleichaltrige Jugendliche im Wasser. Optimal wäre es wenn man von jedem Jahrgang auf mindestens zehn zurückgreifen kann um somit langfristig gesehen die Ausfälle zu kompensieren. Das was momentan an Jugend nachkommt reicht auch nicht aus um die erste Mannschaft zu füttern. Vor allem weil die beiden Jugendlichen die wir letztes Jahr noch als viel versprechende Talente angesehen haben lieber einer anderen Sportart nachgehen. Hoffe das dass mit den diesjährigen Jungs nicht passiert. Wobei ich da ganz zuversichtlich bin das mit Günther Mayer, den erst 15jährigen Philipp Rutsch und Philipp Urban drei starke Spieler heranwachsen und wir mit Markus Huber einen viel versprechenden Torwart heranziehen.

Man darf auch nicht vergessen das fast alle die in der ersten Mannschaft spielen berufstätig sind, studieren oder sonst einer zeitintensiven Tätigkeit nachgehen, und man deshalb auch nicht immer ins Training gehen kann. Auch unsere „Legionäre“ darf man nicht vergessen, die in Ihren Studienorten nicht die Möglichkeit zum Trainieren haben oder der Weg zur Trainingsstätte einfach zu weit ist. Und ohne Training kein Erfolg!

Warum gibt es keine Frauen Wasserballmann(frau)schaft mehr im SCDI? Weißt Du, ob es dafür Interessentinnen gibt?

So was gab's schon mal, einige werden sich noch daran erinnern. Nur leider war das auch nur von kurzer Dauer. Das war zur Zeit als Reim Heinz Peter als Schwimmtrainer aufgehört hat, da sind einige Mädels aus „Frust“ zu den Wasserballern übergelaufen. Heinzi war schließlich auch ein Erfolgreicher Wasserballer. Dafür das es die Damen nicht lange ausgehalten haben gibt es mehrer Gründe. Zum einen waren die Trainingszeiten am Sonntag Abend relativ ungünstig und natürlich musste noch ein Trainer her. Und zum anderen haben die Damen an der Bayrischen Runde teilgenommen und da gegen wesentlich erfahrenere Gegner wie Würzburg haushoch verloren. Wasserball ist nun mal keine Sportart die ich in zwei oder drei Jahren erlernen kann.

In welchem Alter sollten kleine Wasserballer anfangen, welche Voraussetzungen wären günstig?

Ideal zum anfangen wäre so ein alter zwischen 12 und 14 Jahren. Auch von Vorteil ist es wenn der Nachwuchs schon mindesten eine Lage, Kraul, gut schwimmen kann. Die Restlichen Sachen wie Wassertreten, Ball fangen und werfen bringen wir Ihm dann schon bei.

Gibt es eine Sichtung, Lehrgänge oder ähnliches für Wasserballer? Im Verein, im Bayerischen Schwimmverband, im DSV? Sind Dir entsprechende Angebote bekannt?

Gibt es, sogar ziemlich Regelmäßig vom Bayrischen Schwimmverband. Auch von unseren Jugendlichen sind regelmäßig welche dabei. Dadurch das jedes Jahr einige Landesweite Jugendturniere Stattfinden wird seitens Verband einiges getan. Aber immer noch nicht genug. Momentan aber, bedingt durch die schwindende Jugendarbeit in den Vereinen, ist auch nicht mehr möglich. Fast ein kleiner Teufelskreis.

Was möchtest Du im SCDI für die Abteilung Wasserball anbieten, damit sich Erfolge einstellen?

Optimal wäre es wenn wir den Jugendlichen zweimal mindesten 60 Minuten ein ganzes Becken anbieten könnten und nicht wie momentan nur vier Bahnen. Natürlich kann ich so etwas nur fordern wenn wir auch genügend Jugendliche im Wasser haben. Aber auf vier Bahnen kann man einfach kein Spiel machen und den Jungs die Platzverhältnisse erklären. Im Training erzähl ich ihnen sie sollen Ihr Spiel breit gestallten, denn im richtigen Spiel ist das Becken zwei Bahnen breiter. Das ist fast wie Schwimmen im Lehrschwimmbecken...

Wie könntest Du dabei unterstützt werden und von wem?

In erster Linie vom Verein und auch von den restlichen Übungsleitern. Vom Verein insofern das wir auf der suche nach einem Jugendtrainer sind, was gar nicht so einfach ist da die Trainingszeit immer jeweils Montag und Donnerstag um 17:00 ist. Und von den Übungsleitern würde ich noch mehr Jugendliche erwarten. Wie schon erwähnt ist es sinnvoll wenn der Nachwuchs schon schwimmen kann und wir nicht erst einen Schwimmkurs mit den betreffenden veranstalten müssen. Das kostet unnötig Zeit, zum anderen kann man nicht mit einer Gruppe ein Training absolvieren und dabei mit einigen grundlegende Schwimmübungen machen.